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Videokonferenzen : Eltern halten an Microsoft Teams fest

Warten auf ein funktionierendes System: Viele Schulen behelfen sich noch immer mit Programmen wie Microsoft Teams oder Zoom. Bild: dpa

Hessische Elternvertreter fordern, dass noch bis zum Ende des nächsten Schuljahres Videokonferenzsysteme wie Microsoft Teams, Webex und Zoom genutzt werden können. Der Datenschutzbeauftragte des Landes möchte das aber nicht.

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          Hessische Elternvertreter fordern, nicht datenschutzkonforme Videokonferenzsysteme wie Microsoft Teams, Webex und Zoom noch etwas länger an den Schulen zu dulden. Das ist vom hessischen Datenschutzbeauftragten aber nur bis Ende Juli vorgesehen. Die Eltern argumentieren, viele Schulen seien weiter auf diese Kanäle angewiesen, die sie in der Corona-Zeit für den Unterricht und zur direkten Kommunikation zwischen Schülern und Lehrern etabliert hätten. Denn nach wie vor fehle ein stabiles, ausgereiftes System als Teil des hessischen Schulportals – und sei so bald auch nicht zu erwarten. Deshalb wollten sie, dass die Duldung wie in Rheinland-Pfalz bis zum Ende des nächsten Schuljahrs verlängert werde.

          Florentine Fritzen
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          So steht es in einem offenen Brief von mehr als 20 Stadt- und Kreiselternbeiräten an Kultusminister Alexander Lorz (CDU) und den hessischen Datenschutzbeauftragten Alexander Roßnagel. Die Eltern fürchten, dass auch im Herbst und Winter wieder Schulen schließen und es dann abermals Distanzunterricht gibt. Auch könnten Kinder aus Risikogruppen im neuen Schuljahr noch nicht zurück in die Klassen.

          Während die Schulen in einigen Landkreisen datenschutzkonforme Systeme wie BigBlueButton nutzen, haben sich andere für Systeme vor allem US-amerikanischer Anbieter entschieden, die nicht datenschutzkonform sind. Besonders beliebt ist dabei Teams, weil es Bestandteil des Software- und Dienstepakets Microsoft 365 ist, das viele Schulen nutzen.

          Der hessische Datenschutzbeauftragte hatte wegen der Pandemie im April 2020 die Duldung dieser Systeme ausgesprochen. Im August 2020 verlängerte er sie, weil das Kultusministerium den Schulen bis zum Beginn des Schuljahrs 2020/21 kein landeseinheitliches, datenschutzkonformes System anbieten konnte. Der Datenschutzbeauftragte hat allerdings ausgeschlossen, die Duldung abermals zu verlängern.

          Software ab August

          Das Ministerium strebt das auch nicht mehr an. Nach Angaben eines Sprechers will die Behörde den Schulen im August eine Videokonferenz-Software zur Verfügung stellen. Die Ausschreibung dafür sei in den letzten Zügen. Demnächst werde ein Unternehmen ausgewählt, dessen System dann mit dem hessischen Schulportal verknüpft werde. Auch ohne Duldung müssen Schulen am Anfang des neuen Schuljahrs ihre jetzigen Kanäle nicht sofort abschalten: Nach Angaben des Ministeriums wird es eine Übergangszeit geben, in der sie von den nicht datenschutzkonformen Anbietern wechseln können.

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          Den Eltern hingegen erscheint es fraglich, dass es zum neuen Schuljahr ein neues, „stabil funktionierendes, stressgetestetes Videosystem“ für die Schulen gibt – „es sei denn, man würde auf ein bereits existierendes System eines erfahrenen Anbieters zurückgreifen“. Sie wünschen sich daher, dass das Kultusministerium und Datenschützer „mit Microsoft ins Gespräch kommen“. Es könne für alle von Vorteil sein, „vorhandene Technik und Expertise zu nutzen und das Rad nicht neu zu erfinden“.

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