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Schule : Kultusminsterin Wolff will Rauchverbot an Hessens Schulen

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Ein striktes Rauchverbot an hessischen Schulen hat Kultusministerin Karin Wolff (CDU) angekündigt. Sie greift einen Vorschlag der Grünen auf. Die FDP prophezeite dem Verbot das Scheitern. Seine Wirkung stehe und falle mit der Kontrolle.

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          Ein striktes Rauchverbot an hessischen Schulen hat Kultusministerin Karin Wolff (CDU) angekündigt. Die Tolerierung von Raucherecken und -zimmern sei aus heutiger Sicht betrachtet ein Fehler gewesen, sagte die Ministerin in einem dpa- Gespräch. Jugendliche griffen immer häufiger und immer früher zu Zigaretten: „Ich hoffe, daß ein klares Verbot in der Schule auch ein Signal an die Eltern sendet.“ Die Vorgabe müsse auch die Lehrer einbeziehen: „Das ist eine Sache von Glaubwürdigkeit und Vorbildfunktion.“ Es werde eine entsprechende Ergänzung der Novelle zum Schulgesetz, über die zur Zeit der Landtag berät, geben.

          Die CDU-Politikerin, die damit einen Vorschlag des Grünen- Landesvorsitzenden Matthias Berninger aufgreift, sagt: „Ich habe lange Zeit geglaubt, es wäre besser, dieses Problem mit Erziehungsvereinbarungen zwischen Schulen und Eltern oder über die Schulprogramme zu lösen.“ Angesichts neuerer Untersuchungen habe sie aber ihre Meinung geändert. Bei einer Befragung von Schülern in der 9. und 10. Klasse hätten 43 Prozent geantwortet, innerhalb der vergangenen 30 Tage geraucht zu haben. Wer schon mit 15 Jahren zu rauchen beginne, trage ein dreifach höheres Krebsrisiko als derjenige, der erst mit 25 anfange: „Das alles ist mehr als Besorgnis erregend.“

          Derzeit gibt es noch Raucherzonen

          Gegenwärtig dürfen die Schulen für Lehrer und Schüler ab 16 Jahren Raucherzonen einrichten. Diesen Beschluß muß die Schulkonferenz jährlich erneuern. Notwendig sei aber eine eindeutige Ablehnung des Rauchens, die auch für die Lehrer gelte, sagte die Ministerin: „Das wird Auseinandersetzungen in den Kollegien geben, das wird Auseinandersetzungen in den Elternbeiräten geben. Aber das dient dem Thema mehr als es ihm schadet.“ Allerdings werde das Gesetz volljährigen Schülern nicht verwehren können, in den Pausen außerhalb des Schulgeländes zu rauchen. Aufklärungs- und Vorbeugungsprogramme zur Gesundheit würden nicht beeinträchtigt: „Ein Verbot ersetzt keine Prävention.“

          Die Grünen begrüßten Wolffs Absicht. Der Landesvorsitzende Matthias Berninger wies auf die schädlichen Folgen des Rauchens für Gesundheit und Volkswirtschaft hin. Die FDP prophezeite dem Verbot dagegen das Scheitern. Seine Wirkung stehe und falle mit der Kontrolle und den Sanktionen, sagte die Landtagsabgeordnete Dorothea Henzler: „Sollen künftig Rauchschnüffler auf dem Schulgelände patrouillieren?“. Die Liberale plädierte für freiwillige Vereinbarungen.

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