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Schule : Hessens Drittkläßler beherrschen deutsche Rechtschreibung nicht

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Hessens Drittkläßler beherrschen die deutsche Rechtschreibung nur mangelhaft. Bei Mathematik ist das Bild jedoch geteilt. Das haben die ersten „Orientierungsarbeiten“ in 56 hessischen Grundschulen ergeben.

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          Hessens Drittkläßler beherrschen die deutsche Rechtschreibung nur mangelhaft. Das haben die ersten „Orientierungsarbeiten“ in 56 hessischen Grundschulen ergeben. Die Ergebnisse präsentierte Kultusministerin Karin Wolff (CDU) am Freitag in Wiesbaden. Im Mai 2003 hatten erstmals mehr als 3.100 Grundschulen einheitliche Tests in Mathematik und Deutsch geschrieben. So sollen Lehrer Erkenntnisse über den individuellen Förderbedarf gewinnen. Von 2005 an sollen die Tests landesweit zur Pflicht werden.

          „Die Ergebnisse stimmen größtenteils mit denen des Grundschulvergleichs IGLU überein“, sagte die Ministerin. In Lesen und Grammatik schnitten die Drittkläßler „ganz gut“ ab. Probleme hätten die Kinder im Diktat bei gleichklingenden Lauten wie die Endungen -ig und -ich, s und ß sowie d und t. „Da müssen die Lehrer nun verstärkt Akzente in der Förderung setzten und ihre Konsequenzen für den Unterricht ziehen“, sagte Wolff.

          Zweigeteiltes Bild bei Mathematik

          In dem Fach Mathematik ergibt sich den Ergebnissen zufolge ebenfalls ein zweigeteiltes Bild: Bei einfachen Matheaufgaben etwa mit Herstellen von Querverbindungen seien die Drittkläßler „top“. Komplexes mathematisches Denken und Strukturieren seien „offenkundig defizitiär“. Keinen Zusammenhang gibt es der Auswertung zufolge zwischen den Klassengrößen und dem Leistungsstand. Allerdings korreliere ein höherer Ausländeranteil in den Klassen mit einem schlechteren Abschneiden. Eine andere Studie hatte jüngst ergeben, daß sich 14 und 15 Jahre alte Jugendliche Fach Mathematik merkliche Fortschritte erzielt haben (Hessens Achtklässler haben sich im Rechnen verbessert.

          Als Ranking will die Ministerin die „Orientierungsarbeiten“ nicht verstanden wissen. „Wir wollen den Lehrer nur ein weiteres Diagnose- Instrument an die Hand geben“, erklärte sie. Mehrbelastung komme auf die Lehrer nicht zu. „Der Gruppenunterricht, bei dem alle mitkommen müssen, ist mindestens ebenso anstrengend wie eine differenzierte Förderung.“ Zudem werde würden Fortbildungen für Grundschullehrer weiter angeboten. Die Grünen im Landtag fürchten allerdings, daß das neue Schulgesetz diese Weiterbildungen zerschlagen und sich der Orientierungstest zu einer frühen Auslese der Kinder entwickeln werde.

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