https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/region-und-hessen/schott-mainz-testet-wasserstoff-fuer-klimaneutrale-produktion-18352526.html

Schott plant Klimaneutralität : Wasserstoff für die Schmelzwanne

Bereit für den Testlauf: Schott Glas experimentiert mit Wasserstoff. Bild: dpa

Bis 2030 will der Mainzer Spezialglashersteller Schott alle Abläufe so umgestellt haben, dass künftig ohne Gas und klimaneutral produziert werden kann. Dafür gibt es auch Steuergeld.

          2 Min.

          Die Lösung des Problems könnte für den in Mainz ansässigen Spezialglashersteller Schott auf der anderen Straßenseite zu finden sein. Denn jenseits der Rheinallee, am Kraftwerksstandort Ingelheimer Aue, wollen die Stadtwerke, so jedenfalls haben sie es schon 2021 angekündigt, in Zukunft einen Elektrolyseur betreiben, um mithilfe von Strom dort auch noch „klimafreundlichen Wasserstoff“ herzustellen. Darüber hinaus möchte man, wenn es dafür erst einmal entsprechende Förderzusagen des Bundes gibt, ein fünf Kilometer langes, eigenständiges Wasserstoffnetz in der Innenstadt verlegen, um fortan gewerbliche und industrielle Großabnehmer mit dem begehrten Antriebsmittel versorgen zu können. Das 100-Millionen-Euro-Projekt ließe sich wohl bis 2027 verwirklichen, hieß es seinerzeit bei der Vorstellung der Zukunftsinitiative.

          Markus Schug
          Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Das für die Glasherstellung extrem viel Energie benötigende Unternehmen Schott wäre dann sicher ein interessanter Kunde: nicht nur, weil sich das Werksgelände an der Rheinallee befindet, sondern weil sich die Unternehmensleitung 2020 dazu verpflichtet hat, bis 2030 für eine klimaneutrale Produktion zu sorgen. Noch wird bei der Arbeit an den Schmelzwannen, die mit Temperaturen von bis zu 1700 Grad Celsius gefahren werden müssen, vorrangig der fossile Brennstoff Erdgas eingesetzt. Kein Wunder also, dass das Unternehmen seine „Zero-Carbon“-Kampagne mit einem fetten Kohlendioxidabdruck begonnen hat: nämlich mit jährlich rund einer Million Tonnen Kohlenstoffdioxid-Äquivalenten.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          DFB-Direktor Oliver Bierhoff und Bundestrainer Hansi Flick (links)

          WM-Blamage und „One Love“-Farce : Zeit für eine Zäsur im DFB-Team

          Ein Neuanfang im deutschen Fußball war mit Oliver Bierhoff nicht vorstellbar. Nun verlässt er den DFB. Auch Bundestrainer Hansi Flick hat keine Argumente geliefert, weshalb er bis zur Heim-EM 2024 bleiben sollte.