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Schiersteiner Brücke gesperrt : Das Chaos über dem Rhein

  • Aktualisiert am

Die Schiersteiner Brücke, die zwischen Wiesbaden und Mainz über den Rhein führt (Archivbild). Bild: dpa

Die Schiersteiner Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden ist wegen Sicherheitsmängeln voll gesperrt worden. Die Fahrbahn hat sich zum Teil abgesenkt, die Sperrung könnte Wochen dauern. Eine ganze Region droht im Verkehrschaos zu versinken.

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          Die Autobahnbrücke über den Rhein zwischen Wiesbaden und Mainz ist überraschend gesperrt worden. Die Polizei rechnete für Mittwochmorgen mit erheblichen Verkehrsstörungen in der Region.

          Am Dienstagabend seien Sicherheitsmängel an der Schiersteiner Brücke (A 643) festgestellt worden, sagte ein Polizeisprecher in Mainz in der Nacht. Demnach hat sich die Fahrbahn der Brücke zum Teil abgesenkt. Er riet Autofahrern, möglichst auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.

          Gebrochener Stahlträger

          Wie lange die Brücke gesperrt bleiben sollte, war zunächst unklar. Zunächst sollten sich Experten die Schäden ansehen. Die Sperrung könne aber „möglicherweise Wochen dauern“, sagte ein Polizeisprecher. Großzügige Umleitungen seien eingerichtet.

          Direkt neben der alten Brücke wird seit Jahren eine neue gebaut

          Die Schäden an dem Bauwerk, die zu der überraschenden Sperrung führten, sind an der sogenannten Vorlandbrücke auf der rheinland-pfälzischen Seite entstanden. Ein gebrochener Stahlträger soll die Ursache dafür sein, dass sich die Fahrbahn der Schiersteiner Brücke um vier Zentimeter gesenkt hat und ein Riss entstanden ist.

          Bis zu 80.000 Autos täglich

          Die Schiersteiner Brücke gilt als eine der wichtigsten Autobahnverbindungen über den Rhein im Rhein-Main-Gebiet. Sie wurde zwischen 1959 und 1962 gebaut. Weil sie dem seither enorm gewachsenen Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen ist, wird derzeit direkt daneben eine neue Brücke gebaut. Schon zu normalen Zeiten ist die Brücke damit ein Nadelöhr für den Verkehr.

          Stau kilometerlang: Schon am Morgen standen die Autos vor der Schiersteiner Brücke dicht an dicht

          In den 1950er Jahren wurde der zu erwartende Verkehr über die Brücke auf 7000 bis 23.000 Autos pro Tag geschätzt. Heute rollen über die Brücke bis zu 80.000 Fahrzeuge täglich.

          „In Mainz geht nichts mehr“

          Der Verkehr in Mainz brach wegen der Sperrung der Schiersteiner Brücke bereits am Morgen vollkommen zusammen. Sämtliche Zufahrtsstraßen waren verstopft, der Stau reichte bis in die Wohnstraßen der Vororte, insbesondere in Gonsenheim und Mombach, den Mainzer Stadtteilen, die direkt an der Schiersteiner Brücke liegen. Stoßstange an Stoßstange standen auch diejenigen, welche die Mainzer Innenstadt ansteuerten, um von dort aus über die Theodor-Heuss-Brücke auf die andere Seite des Rheins, nach Mainz-Kastel, zu gelangen.

          Busse und Bahnen steckten fest, auch auf den  Straßen zum Mainzer Hauptbahnhof bildeten sich lange Schlangen. Der Stau vor Mainz beginne schon in Ingelheim auf der Autobahn A 60, sagte ein Polizeisprecher im Hessischen Rundfunk. Die Innenstadt sei zum „Nadelöhr“ geworden: „Rundherum in Mainz geht gar nichts mehr.“

          Stau allerorten

          Auf der Mainzer Seite ist die Autobahn A 643 Richtung Wiesbaden vom Autobahndreieck Mainz an gesperrt. Ebenfalls geschlossen ist die Anschlussstelle Mainz-Gonsenheim in Richtung Wiesbaden. Vom Mombacher Kreisel aus ist die Auffahrt zur Schiersteiner Brücke Richtung Bingen und Richtung Wiesbaden nicht mehr zu befahren. Auch Fußgänger können die Brücke nicht überqueren.

          Wer von Bingen und Mainz aus über den Rhein und nicht mitten ins Stadtverkehrschaos fahren will, dem stehen momentan nur die Autobahn A 60 und die Weisenauer Brücke zur Verfügung. Von dort geht es weiter über die A 671 Richtung Wiesbaden und A 66 oder über die A 60 Richtung Frankfurt und Darmstadt. Doch auch dort ist der Stau erheblich, am Mittwochmorgen wurde eine Staulänge von 16 Kilometern gemeldet.

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