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Savannah-Katzen in Hessen : „Sie ist ein wildes Tier“

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Teures Schmusetier: Savannah-Katzen kosten bis zu 10.000 Euro. Bild: dpa

Justin Bieber hat sie bekannt gemacht: Savannah-Katzen schreiten majestätisch daher, fallen auf mit ihrem getupften Fell und schlanken Körper. Doch Tierschützer sehen die Haltung skeptisch.

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          Sushi“ und „Tuna“ sind berühmte und besondere Katzen. Nicht nur, weil der kanadischen Sänger Justin Bieber sie gekauft und ihnen ein eigenes Profil in den sozialen Medien angelegt hat. Sie entstammen auch einer speziellen Züchtung, einer Kreuzung einer Haus- mit einer afrikanischen Wildkatze. Bieber musste deshalb viel Kritik von Tierschützern einstecken. Dennoch haben die beiden Savannah-Katzen die Nachfrage nach den charakteristisch gefärbten und teuren Tieren in Deutschland steigen lassen – was nicht unproblematisch ist.

          Sabine Haus züchtet seit acht Jahren Savannahs im Fernwald im Landkreis Gießen. Sie hat auch ein Exemplar, das Biebers Katzen entspricht: „Nala“. Und stellt gleich klar: Es handele sich nicht um ein normales Haustier: „Sie ist ein wildes Tier, das darf man nicht vergessen.“ Die Katze ist etwa drei Mal so groß wie eine Hauskatze. Sie frisst beispielsweise Hühnerschenkel, die sie mühelos zerbeißt samt Knochen.

          In Deutschland gelten für die Haltung der exotischen Tiere strenge Vorschriften. Haus hat „Nala“ gemeinsam mit ihrem Mann von einem Züchter übernommen, der seinen Betrieb aufgegeben hat. Zuvor musste sie eine Prüfung ablegen. Freilauf ist verboten. Die Tiere müssen dennoch ausreichend Platz haben zum Klettern und Springen. Das Veterinäramt kam mehrmals vorbei, um das bis zu drei Meter hohe Außengehege im Garten zu begutachten, erst dann sei die Genehmigung erteilt worden.

          Nicht in den Wald und nicht in Wohnzimmer

          Tierschützer sehen einen problematischen Trend zur Privathaltung solcher sogenannter Hybrid-Katzen. Da sie auch aus dem Ausland importiert und als Hobby gezüchtet würden, gebe es keine Zahlen, wie viele von ihnen in Deutschland gehalten würden, erläutert der Deutsche Tierschutzbund. Savannah-Katzen der ersten Generation könnten mehr als zehn Kilogramm schwer werden und eine Schulterhöhe von bis zu 45 Zentimetern erreichen. Das mache sie zu eine der größten Hauskatzenrassen mit dementsprechend hohen Anforderungen für die Haltung.

          „Der Nachwuchs bekommt von seinen Eltern einen genetischen Mix mit, der von Individuum zu Individuum sehr unterschiedlich ausfallen kann“, erklärt der Tierschutzbund. Wenn die Katzen frei herumlaufen, können sie für Vögel, Frösche, Eidechsen und Säugetiere gefährlich sein, wie auch eine Studie in Australien ergeben hatte.

          Sabine Haus sagt über „Nala“: „Sie gehört nicht bei uns in den Wald und gehört auch nicht in ein Wohnzimmer.“ Die 54 Jahre alte Frau züchtet Savannahs, die kleiner und weniger wild sind. Die Katzen unterscheiden sich sehr voneinander, je nachdem, wie viele Generationen seit der Ursprungszüchtung vergangen sind. Von der fünften Generation an gibt es keine Meldepflicht mehr. Doch auch dann ist die Haltung aufwendiger als bei normalen Hauskatzen.

          Zwischen 2000 und 10.000 Euro teuer

          Savannahs können aus dem Stand zwei Meter hoch springen. Sie seien zudem geselliger, temperamentvoller und brauchten mehr Beschäftigung, sagt Haus. Die Savannah-Züchterin Renate Remplein verweist darauf, dass die Tiere neben ausreichend Klettermöglichkeiten auch einen Katzen-Spielgefährten benötigen. Zur Einzelhaltung seien sie ungeeignet.

          Savannahs sind teuer. Je nachdem, welcher Generation sie angehören, können Kätzchen zwischen 2000 und 10.000 Euro kosten, Letzteres etwa für eines der ersten Generation. In Fernwald sind die Kätzchen oft schon reserviert, bevor sie auf die Welt kommen. Justin Bieber habe die Katzen bekannter gemacht, sagt Haus: „Wir haben Nachfrage aus ganz Deutschland.“ Zuletzt sei sie sogar noch gestiegen. Haus weiß, dass es auch „schwarze Schafe“ gibt, sie züchteten die teuren Katzen in Kellern und brächten sie illegal auf den Markt.

          Interessenten sollten sich die Züchter und die Haltungsbedingungen deswegen unbedingt genau anschauen. Das mache sie auch bei ihren Kunden: Wer kein ausreichendes Interesse an den Savannahs und deren besonderen Bedürfnissen zeige, bekomme keine Katze.

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