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Klima-Sanierungen : „Tot-Dämmen um jeden Preis macht keinen Sinn“

Nachverdichtung in der Frankfurter ABG Siedlung. Bild: Wolfgang Eilmes

Die Wohnungsgesellschaften haben ausrechnen lassen, wie viel die Sanierung alter Miethäuser in Hessen kosten wird, wenn die Klimaziele für 2030 erreicht werden sollen. Sie wollen die Lasten nicht alleine stemmen.

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          Die Finanzierungslücke ist enorm: Um den vorgesehenen Beitrag des Wohngebäudebestands zu den Klimazielen bis 2030 zu erreichen, sind jedes Jahr für die Sanierung von Mietwohnungen in Hessen zwischen 539 Millionen und 1,1 Milliarden Euro aufzuwenden. Rechnet man Einfamilienhäuser hinzu, ist der Bedarf mehr als doppelt so hoch: Für alle Wohngebäude liegt die jährliche Finanzierungslücke zum Erreichen der Klimaziele zwischen 1,3 und 3,1 Milliarden Euro. Die große Kostenspanne hängt mit unterschiedlichen Studien zu energetischen Sanierungskosten zusammen.

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ausgerechnet hat dies Sven Bienert, der das Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit in der Immobilienwirtschaft am Institut der Universität Regensburg leitet, im Auftrag des Verbands der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft. „Klimaschutz hat seinen Preis: Mit dem Gutachten von Professor Bienert ist erstmals wissenschaftlich belegt, welche enormen Summen benötigt werden, um den Wohnungsbestand entsprechend den Klimazielen energetisch zu sanieren – immer unter der Voraussetzung, sämtliche Vorhaben warmmietenneutral, also ohne eine Erhöhung der Mietbelastung, umzusetzen“, sagt Verbandsvorstand Axel Tausendpfund. Die Eigentümer wollen diese Investitionskosten nicht alleine tragen: Tausendpfund hält eine Drittelung der Kosten für fair – Eigentümer, Mieter und Fördergeber sollten jeweils ein Drittel der Kosten tragen.

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