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Salzbachtalbrücke : Vor der Sprengung wird betoniert

  • -Aktualisiert am

Sicherungsarbeiten sorgen für weitere Verzögerungen an der Salzbachtalbrücke. Bild: Autobahn GmbH

Erst im Oktober soll die Salzbachtalbrücke nahe Wiesbaden in Schutt und Asche liegen. Die Stadt und die Pendler setzen auf die Zusage eines schnellen Neubaus.

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          Noch immer herrscht Lebensgefahr. Ein unkontrolliertes, seitliches Umfallen des Brückenpfeilers der maroden Südhälfte der Salzbachtalbrücke ist auch sechs Wochen nach der Sperrung nicht ausgeschlossen. Zwar wurden inzwischen die noch vorhandenen Brückenlager mit Betonkissen gesichert und ein stählernes Korsett aus roten Hilfsstützen errichtet. Doch das genügt nicht, um die Sicherheitszone von 50 Metern um die Brücke aufzuheben.

          Oliver Bock
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Zur Notstabilisierung des Pfeilers bedürfe es eines weiteren Korsetts aus Spritzbeton, und der müsse einige Zeit aushärten, heißt es jetzt von der Autobahn GmbH. Statt Ende Juli wird nun erst für Mitte August die Freigabe des Bauwerks durch einen externen Prüfingenieur erwartet. Dann endlich können Fachleute die Brücke unmittelbar und nicht nur aus sicherer Entfernung in Augenschein nehmen. Und erst dann können die Sprenglöcher gebohrt werden.

          Evakuierungskonzept notwendig

          Im Ergebnis verzögert sich der Beginn des sehnlich erwarteten Neubaus weiter. Ursprünglich sollte die Brücke laut Autobahn GmbH innerhalb von zwei Wochen so weit gesichert sein, dass die auf sechs bis acht Wochen geschätzte Vorbereitung der Sprengung beginnen kann. Diese Vorbereitung schließt den Schutz des Hauptklärwerks, der Bahngleise und weiterer Infrastruktur durch große Mengen an Sand ein. Gedacht war an einen Sprengtermin Anfang oder Mitte September. Nun soll es erst vier Wochen später so weit sein. Bis dahin werden noch alle Gebäude im Umfeld untersucht, um eventuelle Schäden nach dem großen Knall zweifelsfrei feststellen zu können. Weil während der Sprengung ein Sicherheitsabstand von 250 Meter beachtet werden muss, ist zudem ein Evakuierungskonzept nötig. Auch das Sprengkonzept selbst ist noch nicht bekannt, angedacht war bisher, zunächst die Südbrücke zu Fall zu bringen und dann die Nordbrücke darüberzulegen.

          Für Wiesbaden wird die Sprengung das Ereignis des Jahres. Ein Ereignis, mit dem die leidgeplagten Pendler große Hoffnungen verbinden. Denn erst dann kann der Neubau der Südbrücke beginnen, für den die Fachleute optimistisch nur ein Jahr veranschlagen. Eine ungewöhnlich kurze Zeitspanne, auf deren Einhaltung Alexander Pilz von der Autobahn GmbH auch nicht wetten würde. Doch die Fundamente der neuen Brücke wurden immerhin schon gelegt, und Teile der neuen Stahlbrücke sind schon vormontiert. Mit möglichst geringem Abstand soll dann auch die neue Nordbrücke errichtet werden.

          Dass eine im Jahr 1963 eröffnete Brücke nach weniger als 60 Jahren so marode ist, dass sie noch vor Beginn der ohnehin geplanten Sanierung vor dem Zusammenbruch steht, sorgt in der Landeshauptstadt nach wie vor für Diskussion. Die damals auf 20.000 Fahrzeuge täglich ausgelegte Salzbachtalbrücke war als Teil der sogenannten Südumgehung gebaut worden. Über den Rhein-Main-Schnellweg, die A66, rückte Wiesbaden näher an Frankfurt heran. Doch schon rund 20 Jahre nach der Eröffnung musste die Brücke wegen der wachsenden Verkehrsbelastung erstmals verstärkt werden und noch einmal im Jahr 2010. Damals galt sie schon als Sorgenkind der Ingenieure, und es war schon klar, dass die Brücke den Belastungen nicht mehr lange gewachsen sein würde. Ein Neubau sollte her, öffentlich angekündigt wurde er aber erst 2017. Damals ging man davon aus, dass die beiden jeweils dreispurigen Brückenhälften schon 2023 abgerissen und vierspurig neu gebaut sein würden.

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