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Flughafen Frankfurt : S-Bahn zum Terminal 3

Im Zentrum vieler Planungen: der Frankfurter Flughafen und sein geplanter Ausbau Bild: AP

Die Regionalversammlung Südhessen hat sich zum geplanten Ausbau des Frankfurter Flughafens bekannt, allerdings auch einige Forderungen wie etwa die Anbindung des geplanten Terminals 3 an das S-Bahn-Netz bekräftigt.

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          Die Regionalversammlung Südhessen hat sich noch einmal mit Mehrheit zum geplanten Ausbau des Frankfurter Flughafens bekannt, allerdings auch einige Forderungen wie etwa die Anbindung des geplanten Terminals 3 an das S-Bahn-Netz bekräftigt. Die Abstimmung der 99 Vertreter von Städten und Kreisen war wegen einiger bedeutender Änderungen im Antrag des Flughafenbetreibers notwendig geworden.

          Mechthild Harting
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Bis zum 7. Mai liegen diese geänderten Unterlagen auch in 63 vom Ausbau betroffenen Kommunen zur Einsicht und Stellungnahme aus. Die Dokumente können auch auf den Servern des Flughafenbetreibers Fraport AG eingesehen werden.

          Sie sind unter www.ausbau.fraport.de über die Box „Informationen zum Planfeststellungsverfahren“ erreichbar.

          Grüne: Beeinträchtigungen für Mensch und Umwelt

          In der Regionalversammlung votierten 66 Mitglieder aus den Reihen von CDU, SPD und FDP für die vom Regierungspräsidium erarbeiteten Stellungnahme zu den Ausbauplänen. 24 Mitglieder stimmten dagegen, zwei enthielten sich. Gegen die Ausbaupläne stimmten die Grünen. Aus den Reihen der SPD folgten acht Politiker diesem Votum, darunter die Frankfurt-Vertreterin Elke Sautner sowie die Vertreter der Flughafenanrainer-Kommunen Rüsselsheim, Hochheim, Darmstadt, Groß-Gerau, Hofheim, aber auch Riedstadt. Die drei Vertreter der Stadt Offenbach, Ferdinand Walther (FDP), Bernhard Schönfelder (CDU) und Peter Janat (SPD), stimmten geschlossen gegen den Fraport-Antrag.

          Kritik übten Frank Kaufmann (Die Grünen) und Harald Schindler (SPD) an der kurzen Beratungsfrist, die das Wirtschaftsministerium als Planungsbehörde den Regionalpolitikern eingeräumt hatte: Innerhalb von gut 14 Tagen 65 Leitzordner oder 18 CDs auf Änderungen durchzusehen sei nicht möglich, Schindler sprach von einem „unwürdigen“ Zeitablauf.

          Die Grünen hatten mit Hinweis auf die Beeinträchtigungen für Mensch und Umwelt, auf das Absturzrisiko, die fehlende Straßen- und Schienen-Verkehrsinfrastruktur außerhalb des Flughafens und die ihrer Ansicht nach nicht belegten wirtschaftlichen Folgen das Vorhaben grundsätzlich abgelehnt. Kaufmann zufolge behinderten auch nach dem Kauf des Chemieunternehmens Ticona durch die Fraport AG das Shell-Tanklager an der A 3 in Raunheim als möglicher Störfallbetrieb und der erwartete Vogelschlag durch Zugvögel in Höhe der Eddersheimer Schleuse den Bau der neuen Landebahn. Und Vögel könne man nicht wegkaufen.

          CDU: „Klares Ja zum Ausbau“

          Der FDP-Politiker Stefan Ruppert warnte indes vor einer neuen Generaldebatte zum Ausbau des Flughafens. Ginge es nach den Liberalen, würde sich die Regionalversammlung ein noch eindeutigeres Bekenntnis zum Flughafen abgeben, sagte Ruppert, doch die FDP wolle nicht den von CDU, SPD und FDP gefundenen, breiten Konsens in der Ausbaufrage aufkündigen. Heiko Kasseckert (CDU) wertete das Votum der CDU und der Regionalversammlung als „klares Ja zum Ausbau“.

          Seine Fraktion wolle den Flughafen als Alleinstellungsmerkmal der Region auch für die Zukunft sichern. Allerdings übernehme die CDU den Antrag der Fraport AG nicht blind. So sei die Verkehrsanbindung des Terminals 3 und die Frage der „landseitigen“ Verkehrsinfrastruktur noch immer nicht hinreichend geklärt.

          Auch Harald Schindler (SPD) kritisierte die fehlende Anbindung. Die in den Unterlagen vorgenommenen Änderungen bei den Aufforstungen fanden ebenfalls nicht seine Zustimmung, da die Fraport AG 50 Hektar Flächen als Ausgleich aufforsten will, die bisher Ackerflächen sind. Die fehlten wiederum der Landwirtschaft. Die SPD hält Schindler zufolge darüber hinaus an allen den Punkten fest, die die Regionalversammlung 2005 mit den Stimmen von CDU und SPD zu den ersten Ausbauplänen gefordert hatte. dazu zählen die Einhaltung eines Nachtflugverbots und die Festlegung von Fluglärm-Obergrenzen.

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