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S-Bahn im Taunus : Möglichst ohne Oberleitung

Dieselt noch: Zug der Taunusbahn, hier im Bahnhof in Wehrheim Bild: Cornelia Sick

Die S-Bahnlinie 5 soll bis in den Hintertaunus verlängert werden. Doch eine Bürgerinitiative sucht noch eine Alternative zur Elektrifizierung der Taunusbahn. Dabei fällt auch das Stichwort Wasserstoff.

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          Eigentlich wollte der Verkehrsverband Hochtaunus (VHT) die Unterlagen für die Verlängerung der S-Bahnlinie 5 bis Usingen noch im November beim Regierungspräsidium Darmstadt abgeben. Man habe nach der Bürgerinformationsveranstaltung im September aber noch viele Fragen und Anregungen bekommen und sie für die weitere Prüfung genutzt, teilt VHT-Geschäftsführer Frank Denfeld mit. Ziel sei es nach wie vor, das für das Planfeststellungsverfahren nötige Material noch in diesem Jahr nach Darmstadt zu schicken.

          Bernhard Biener
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung

          Warum die geplante Verlängerung der S-Bahn-Linie 5 bis Usingen nicht nur auf Begeisterung stößt, konnten auch wohlwollende Besucher der Veranstaltung in Wehrheim ahnen. Beim Anblick der Simulationen, die den zweigleisig ausgebauten Abschnitt nach seiner Fertigstellung zeigen, ging ein Raunen durch die Reihen. Wo die Taunusbahnstrecke jetzt hinter Baumreihen kaum zu sehen ist, werden die beiden Schienenstränge, teils auf Stützwänden, optisch nahe an die ersten Häuser der Saalburgsiedlung und vor dem Wehrheimer Bahnhof heranrücken. Die Anwohner fürchten, mit den Bäumen und Büschen verschwinde auch der natürliche Lärmschutz.

          Eine „attraktivere Taunusbahn“ als Ziel

          Inzwischen hat sich eine Bürgerinitiative gebildet, die nicht nur mit ihrem Namen „Pro Taunusbahn“ auf positive Botschaften setzt. Das Logo zeigt eine Faust mit hochgerecktem Daumen und einen Triebwagen. Sie nennt als Ziel eine „attraktivere Taunusbahn“, setzt dabei aber auf andere Lösungen als die Elektrifizierung der Strecke. „Wir sind kein gallisches Dorf“, sagt Sprecherin Sandra Nütz-Hornig. Es gehe nicht nur um die Interessen direkter Anwohner. Bei der Informationsveranstaltung seien viele Fragen offengeblieben.

          Die Initiative stellt den Bau der Stromleitungen in Frage, der einen „Kahlschlag im Köpperner Tal“ zur Folge habe. Als Alternative sieht sie Wasserstofftriebwagen oder Akku-Züge, die über den Fahrdraht bis Friedrichsdorf aufgeladen werden könnten, um den Rest der Strecke mit Batteriestrom zu fahren. Damit lasse sich der S-Bahn-Verkehr sogar früher als geplant über Usingen hinaus bis Brandoberndorf führen.

          Alternative Antriebskonzepte

          Das Geld für den zweigleisigen Ausbau zwischen dem Bahnhof Saalburg und Wehrheim soll gespart werden, indem der Kurvenradius oberhalb der Brücke im Köppener Tal verändert wird. Weil die Züge dann schneller fahren könnten, lasse sich die Begegnung der Bahnen in den Bahnhof Saalburg verlagern.

          Die Vorschläge stehen unter anderem in einem offenen Brief an Landrat Ulrich Krebs (CDU). Unterzeichnet hat ihn Wilfried Kohlmeier, der sich als Eisenbahnfotograf einen Namen gemacht hat. Es gibt auch Stimmen, die eine Integration der Taunusbahn in das störanfällige S-Bahn-Netz grundsätzlich in Frage stellen, weil sie auf ihrer eigenständigen Strecke viel zuverlässiger fahre. Für den VHT und den Rhein-Main-Verkehrsverbund ist die Kapazität des Betriebskonzepts hingegen ausgereizt. Erst als Teil der S-Bahn könne man für die Strecke mit 3000 zusätzlichen Fahrgästen täglich rechnen.

          Die alternativen Antriebskonzepte, die auf einigen Regionalbahnstrecken eingesetzt werden, seien für den vorgesehenen Zweck noch nicht verfügbar und geeignet, heißt es beim Verband. Derzeit könnten nur die Bauarten ET 430 und 423 in den Gesamtverkehr auf der S-Bahn-Stammstrecke integriert werden. Die Eingriffe in Flora und Fauna will der VHT gering halten. Dass für das zweite Gleis an der Saalburgsiedlung Bäume gefällt werden, bestreitet er nicht. Allerdings würden noch die Ergebnisse der Schalluntersuchung berücksichtigt, die im September nicht vorgelegen habe.

          Die SPD Wehrheim hat inzwischen gefordert, die Vorschläge der Initiative zu prüfen. Diese vermisst bisher den direkten Dialog. Allerdings kommen ihre Vertreter heute mit Landrat Krebs für ein Gespräch zusammen. Am Abend wollen sie außerdem die reguläre Bürgerversammlung im Wehrheimer Bürgerhaus nutzen, um ihre Anliegen vorzutragen.

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