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Rotkäppchen-Mumm : Rheingauer Sekt in immer mehr Gläsern

  • -Aktualisiert am

Rotkäppchen-Mumm-Chef Heise freut sich über wachsende Verkäufe bei den Rheingauer Marken Mumm, MM und Jules Mumm Bild: dpa

Der Konzern Rotkäppchen-Mumm hat seinen Marktanteil ausgebaut und will seine Stellung jetzt verteidigen. Zuwächse erzielte er mit allen Rheingauer Marken und steigerte vor allem den Absatz von Jules Mumm.

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          Den Deutschen ist die Sektlaune noch nicht vergangen – das schlägt sich auch im Absatz von Sektmarken aus dem Rheingau nieder. Beides folgt aus der Bilanz der Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien GmbH zum abgelaufenen Geschäftsjahr. Demnach konnte sich die Rheingauer Marke Mumm im Vergleich zum Vorjahr gut behaupten: So wurden 15,7 Millionen Flaschen verkauft – ein Plus von rund 100 000. Der Marktanteil von Mumm kletterte hierzulande von 4,6 auf 4,8 Prozent, wie das Unternehmen berichtete. Dynamischer legte die auf ein junges, urbanes Publikum und dabei vor allem auf Frauen im Alter von 20 bis 49 Jahren zugeschnittene Marke Jules Mumm zu. Der Absatz stieg von 8,3 auf 9 Millionen Flaschen oder beinahe neun Prozent, wodurch sich der Anteil am deutschen Sektmarkt von 2,5 auf drei Prozent erhöhte.

          Oliver Bock
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Die stärkste Rheingauer Sektmarke aus dem Hause Rotkäppchen-Mumm bleibt jedoch MM Extra. Nach Angaben des Unternehmens gingen im vergangenen Jahr 20,8 Millionen Flaschen über die Ladentheken – 600 000 Einheiten mehr als vor Jahresfrist. Dies entspricht einem Marktanteil von 6,5 Prozent. Umsatzzahlen zu den einzelnen Marken nannte das Unternehmen nicht. Insgesamt beschäftigt der deutsche Sektriese, der in der Region in Eltville und Hochheim produziert, mehr als 500 Mitarbeiter.

          Marktanteil von 39,1 auf 43,3 Prozent

          Insgesamt haben die Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien mit Sitz in Freyburg im vergangenen Jahr ungeachtet der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise ein Umsatzwachstum von 4,4 Prozent auf 740,9 Millionen Euro verzeichnet. Dabei steigerte das Unternehmen seinen Marktanteil nach Angaben des geschäftsführenden Gesellschafters, Gunter Heise, von 39,1 auf 43,3 Prozent. Seine Stellung als Marktführerin in Deutschland hat Rotkäppchen-Mumm mithin ausgebaut. Insgesamt setzte das Unternehmen 198,9 Millionen Flaschen Sekt, Spirituosen und Wein ab. Flaggschiff ist nach Heises Worten weiterhin die Marke Rotkäppchen. Mit 90,9 Millionen verkauften Flaschen verzeichnete die frühere Ostmarke ein Plus von 10,5 Prozent und erreichte damit einen Marktanteil in Deutschland von 29,1 Prozent.

          Rotkäppchen hatte im Jahr 2001 vom kanadischen Seagram-Konzern die Traditionsmarken „Mumm“ und „MM“ einschließlich der beiden Produktionsstandorte in Eltville und Hochheim erworben und gleichzeitig ein Bekenntnis zum Standort abgelegt. Mit der Akquisition gelang Rotkäppchen der gewünschte Sprung auf den westdeutschen Markt, wo das Getränk bis dahin kaum eine Rolle spielte. Ein Jahr später folgte der Kauf der Premiummarken Deutz und Geldermann. Damit war der Aufstieg der ostdeutschen Kellerei zum deutschen Sektmarktführer vorläufig vollzogen. In der Folge des Integrationsprozesses stiegen der Absatz von Mumm im Osten und von Rotkäppchen im Westen spürbar an. Seine führende Stellung hat Rotkäppchen bei Sekt seither bewahrt und ausgebaut.

          Positiver Ausblick

          Bei den Spirituosen gab es beim Absatz nur ein leichtes Plus um 2,8 Prozent auf 51,9 Millionen Flaschen. Im noch jungen Markenweingeschäft setzte Rotkäppchen-Mumm nach eigenen Angaben 7,5 Millionen Flaschen ab und erreichte damit laut Heise ein Plus von 19 Prozent.

          Heise gab auf der Bilanzpressekonferenz in Leipzig trotz erkennbarer Risiken durch die allgemeine Krise und sinkenden Margen je Flasche wegen steigender Rohstoff- und Energiepreise sowie den Preisforderungen des Handels einen positiven Ausblick für das laufende Jahr. Man werde die marktführende Stellung auch im Jahr 2009 verteidigen. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres habe sich das Geschäft auf dem Niveau des Vorjahres bewegt. Die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf das Konsumverhalten der Verbraucher sei gegenwärtig „nicht belastbar einzuschätzen“.

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