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F.A.Z. exklusiv : Rolls-Royce streicht 800 Stellen in Deutschland

Drehmoment: Triebwerksproduktion in Oberursel bei Rolls-Royce Bild: Cornelia Sick

Der Triebwerksbauer Rolls-Royce will nach Informationen der F.A.Z. gut 800 Stellen in Deutschland abbauen. 250 davon sollen in Oberursel bei Frankfurt wegfallen, die anderen nahe Berlin.

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          Der von dem Flugzeugtriebwerks-Hersteller Rolls-Royce im Mai angekündigte Stellenabbau trifft auch die beiden deutschen Standorte Dahlewitz bei Berlin und Oberursel. 2020 und 2021 sollen in Dahlewitz insgesamt 550 Stellen wegfallen, in Oberursel mehr als 300. Durch das Ende von befristeten Verträgen und Leiharbeit sowie durch Fluktuation reduziere sich der Abbau in Oberursel jedoch auf 250, teilte ein Unternehmenssprecher der F.A.Z. mit. Derzeit sind dort etwa 1000 Mitarbeiter tätig. An beiden Standorten gebe es Gespräche mit dem Betriebsrat und Verhandlungen über einen Interessenausgleich.

          Bernhard Biener

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Rolls-Royce begründet den Einschnitt mit den mittelfristigen Folgen der Covid-19-Pandemie für die Kundennachfrage. Im Mai hatte das Unternehmen daher mitgeteilt, die Zahl der Stellen weltweit um 9000 zu reduzieren.

          „Vor einer beispiellosen Situation“

          Ein Sprecher sagte jetzt: „Wir stehen vor einer beispiellosen Situation, mit signifikanten Reduzierungen der Kundennachfrage bei der Fertigung und aufgrund der geringeren Flugstunden auch in den Bereichen Wartung, Reparatur und Überholung.“ Eine Erholung auf das Niveau von 2019 erwartet Rolls-Royce frühestens für 2024.

          Der Oberurseler Betriebsratsvorsitzende Rolf-Dieter Dreyer sagte, man werde intensiv über einen möglichst sozialverträglichen Abbau verhandeln. Ob und in welchem Umfang damit Kündigungen einhergingen, lasse sich noch nicht sagen. Ein Ziel sei es, die Kurzarbeit zu verlängern.

          An den beiden deutschen Standorten befänden sich 90 Prozent der Mitarbeiter in unterschiedlichem Umfang in Kurzarbeit. Klar sei, dass die Luftfahrt mit am härtesten unter den Corona-Folgen leide. Gerade die großen Übersee-Maschinen, die einen wichtigen Teil des Geschäfts ausmachten, seien am Boden.

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