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Nach Insolvenz : Rhön: Partikeltherapie gegen Tumore in Marburg dauerhaft gesichert

Behandlung: Per Partikeltherapie behandelt das Marburger Zentrum bestimmte Tumore in Hals und Kopf Bild: dpa

Als „Leuchtturm-Projekt“ gestartet, hat die noch junge Partikeltherapie in Marburg eine bewegte Vergangenheit inklusive Insolvenzantrag hinter sich. Nun meldet aber die Rhön-Klinikum AG, die Zukunft der Anlage sei langfristig gesichert.

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          Die börsennotierte Rhön-Klinikum AG will die Partikeltherapie gegen verschiedene Krebsarten in Marburg langfristig weiterbetreiben. Das hat der Konzern mit Sitz in Bad Neustadt in Franken mitgeteilt. Rhön trägt seit vergangenen August die technische Verantwortung, der medizinische Betrieb liegt in den Händen des Uni-Klinikums Gießen und Marburg (UKGM), einer Tochter der Rhön-Klinikum AG.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wie der Klinikkonzern weiter darlegt, sind die Patientenzahlen im Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum (MIT), wie die Partikeltherapie offiziell heißt, seit der Übernahme der Verantwortung deutlich gestiegen. Genaue Zahlen nennt Rhön aber nicht. „Der Vorstand bekräftigt vor dem Hintergrund der positiven Entwicklung seinen Beschluss, den Betrieb des MIT langfristig fortführen zu wollen“, heißt es in der Mitteilung. Er nehme damit ein für Ende 2020 geplantes Votum vorweg.

          120 Millionen Euro teure Anlage

          Die Partikeltherapie startete vor fast zehn Jahren als sogenanntes Leuchtturm-Projekt. Es war Teil des Pakets zur Privatisierung des zuvor fusionierten Uni-Klinikums Gießen und Marburg durch das Land Hessen unter der Regierung von Roland Koch (CDU). Trotz seiner kurzen Betriebsgeschichte hat das MIT eine bewegte Zeit hinter sich, einschließlich eines Insolvenzantrags.

          Die Inbetriebnahme hatte zuvor länger als geplant auf sich warten lassen. Im August 2013 hieß es sogar, die 120 Millionen Euro teure, von Siemens gebaute Anlage stehe vor dem Abbau. Siemens zog sich aus dem vielbeachteten Projekt zurück.

          Rhön-Vorstand „zuversichtlich“

          Erst Ende 2015 lief der Regelbetrieb an, aber nur durch die seinerzeit mehrheitliche Übernahme der Partikeltherapie durch das Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum. Im Sommer 2018 gab es dann den Insolvenzantrag. „Wir haben es nicht geschafft, die Patientenzahl so hochzufahren, dass die Anlage in ein wirtschaftlich stabiles Fahrwasser kommt”, hieß es aus Heidelberg.

          Nun meint Gunther Weiß, Mitglied des Rhön-Vorstands: „Wir sind zuversichtlich, dass wir zusätzlich zu den bisher etablierten Behandlungsindikationen mit innovativen Studien in Zukunft noch mehr Patientinnen und Patienten mit der Partikeltherapie helfen können.“ Dabei geht es um bestimmten Lungentumore. Bisher behandelt das MIT Tumore in Hirn, Kopf-Hals,  Leber, Prostata und Bauchspeicheldrüse wird vor allem bei Tumorerkrankungen im Kindesalter eingesetzt, wie es bei Rhön heißt.

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