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Rheingoldhalle : Flexibles Tagen mit Rundumblick auf Mainz

Zum Jahreswechsel soll ein neues Kapitel für den Kongreß- und Tagungsstandort Mainz beginnen. August Moderer, Geschäftsführer der Congress Centrum Mainz GmbH, spricht sogar von einem „Sprung in die erste Liga der Veranstaltungszentren in Deutschland“.

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          Zum Jahreswechsel soll ein neues Kapitel für den Kongreß- und Tagungsstandort Mainz beginnen. August Moderer, Geschäftsführer der Congress Centrum Mainz GmbH (CCM), spricht sogar von einem „Sprung in die erste Liga der Veranstaltungszentren in Deutschland“. Die hochgesteckten Erwartungen der CCM, die als Tochter der Stadt für das Kongreßgeschäft verantwortlich ist, knüpfen sich an die Erweiterung der Rheingoldhalle. Das rund 15 Millionen Euro teure Bauprojekt soll bis zum Ende des Jahres abgeschlossen sein.

          Matthias Trautsch

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Seit 1968 steht die Halle mit dem charakteristischen, golden gezackten Dach an der Stelle der im Krieg zerstörten Mainzer Stadthalle, zwischen Rathaus und Hilton-Hotel. In den vergangenen Jahren hatte sich immer deutlicher gezeigt, daß das Raumangebot - der Kongreßsaal für 2500 Personen sowie vier kleinere Säle - den Anforderungen vieler Kunden nicht mehr gerecht wird. Meist fehlte es nicht am Platz, sondern an der Möglichkeit, die Räume flexibel aufzuteilen. Wenn der Kongreßsaal belegt war, konnte überdies keine zweite große Veranstaltung mehr stattfinden. Ein weiterer Nachteil war der wenig repräsentative Eingang. Während die Gäste neben der Garageneinfahrt an der Rheinstraße in die Halle gelangten, blieb das Rathausplateau mit seinem Blick auf den Rhein und die Altstadt weitgehend ungenutzt.

          Gutenbergsaal als Herzstück

          Derlei Unzulänglichkeiten gehören in wenigen Monaten der Vergangenheit an. Nach Plänen des Architekturbüros Dissing + Weitling, das schon für den Bau des Rathauses verantwortlich war, ist ein Baukörper entstanden, der nicht nur die Rheingoldhalle, sondern das ganze Ensemble rund um den Jockel-Fuchs-Platz in anderem Licht erscheinen läßt. Fußgänger gelangen künftig vom Rathaus-Plateau in die Halle. Sie betreten ein knapp zehn Meter hohes, nach allen Seiten verglastes Foyer. Mit einer Fläche von 1700 Quadratmetern umschließt es den neuen Gutenbergsaal und die Garderobe. Gäste, die in dem völlig offen gehaltenen Foyer einmal rundum spazieren, haben freien Blick auf die Altstadt mit Eisenturm, Domspitzen und Brandzentrum, das Rathaus und den Rhein.

          Herzstück der Erweiterung ist der rund 1100 Quadratmeter große Gutenbergsaal. Die Wände sind in „Mainzer Rot“ gehalten, durch Öffnungen fällt Tageslicht aufs Eichenparkett. Der Raum, in dem 1350 Menschen Platz finden, ist mit versenkbaren Bühnen ausgestattet und läßt sich kreuzförmig in vier Segmente unterteilen. Ein Kongreß kann so mit einer Einführungsveranstaltung für alle Teilnehmer beginnen und dann mit Arbeitsgruppen fortgesetzt werden. Auf solche Gestaltungsmöglichkeiten legten die Kunden großen Wert, sagt CCM-Sprecherin Susanne Senfter. So komme der Deutsche Beton- und Bautechniktag im nächsten Frühjahr nach Mainz, weil die Rheingoldhalle dann genügend Gruppenräume für die rund 7000 Teilnehmer bieten könne.

          Kosten- und Zeitpläne eingehalten

          Gäste, die ihr Auto in der Rathaus-Garage abstellen, gelangen durch den Cafe-Kubus auf die Rathaus-Ebene und ins Foyer. In den Kubus sind ein Aufzug, Treppen und Rolltreppen eingebaut worden, die jedermann benutzen kann, um vom Rathausplateau ans Rheinufer zu kommen. So ist es endlich auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl möglich, vom Brand über die Rathausbrücke und den Jockel-Fuchs-Platz an den Rhein zu gelangen. Für das Cafe soll in den nächsten Tagen ein Pachtvertrag unterzeichnet werden. Künftig sollen die Cafe-Gäste nicht nur in der oberen Etage, sondern auch auf Höhe der Rheinpromenade sitzen können. Dafür wird die Wand zum Rhein geöffnet und wahrscheinlich eine Terrasse angelegt.

          Wie Baudezernent Norbert Schüler (CDU) sagt, hat die von ihm geführte Erweiterungsgesellschaft alle Kosten- und Zeitpläne eingehalten. Die neue Rheingoldhalle könne Anfang nächsten Jahres eröffnet werden. Zum gelungenen Abschluß des Jockel-Fuchs-Platzes fehle dann noch die Freitreppe zum Rheinufer, die sich über die gesamte Breite des Platzes erstrecken soll. Diese sei von allen Gremien genehmigt, es fehle jedoch am Geld. Eine günstige Möglichkeit für die Verwirklichung biete sich, wenn die Rathausgarage ausgebaut werde, so Schüler. Dies sei in den nächsten Jahren ohnehin nötig - allein schon wegen der zusätzlichen Gäste, die die erweiterte Rheingoldhalle besuchten.

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