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Ärger um Strafzölle : Wie Trumps Zölle deutschen Winzern das Geschäft vermiesen

Exportartikel: Rieslingflaschen der Kelterei Johannes Leitz werden für den amerikanischen Markt etikettiert. Bild: Wonge Bergmann

Wegen der europäischen Subventionen für Airbus erhebt Amerika Strafzölle, die auch Rheingauer Winzer treffen. Denn die Vereinigten Staaten sind ein wichtiger Exportmarkt für deutschen Wein.

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          Johannes Leitz redet sich in Rage. Der Zorn des Rüdesheimer Winzers gilt dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Und der eigenen Regierung, die mit der Subventionierung des Flugzeugbauers Airbus den deutschen Winzern schade. Leitz, der mit 110 Hektar Rebfläche größte private Winzer im Rheingau, nennt die Strafzölle in Höhe von 25 Prozent, die von morgen an auf Weine – nicht aber auf Sekt – aus Frankreich, Deutschland, Spanien und Großbritannien erhoben werden, einen „absoluten Albtraum“. Außerdem sei die Abgabe auch eine „absolute Ungerechtigkeit“.

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Eine Ungerechtigkeit laut Leitz auch deshalb, weil Weinimporte beispielsweise aus Österreich und Italien nicht betroffen sind und die österreichischen und italienischen Winzer deshalb die deutschen Winzer im Regal amerikanischer Weinhändler verdrängen werden, wenn die Strafzölle an die Kunden weitergegeben werden. Wegen des dreistufigen Handelssystems aus Importeur, Großhändler und Einzelhändler könne sich der bisherige Endverbraucherpreis in Amerika um rund 50 Prozent erhöhen, meint der Geschäftsführer der Staatsweingüter, Dieter Greiner.

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