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Hochschulen in Rhein-Main : Rhein-Main bei Promotionen nur im Mittelfeld

  • -Aktualisiert am

Wissbegierig: Studenten auf dem Campus Westend der Goethe-Universität, aufgenommen durch die Skulptur „Body Of Knowledge“ Bild: Patricia Kühfuss

Ein Vergleich zeigt: Im Rhein-Main-Gebiet streben relativ wenige Studenten den Doktortitel an. Auch bei der Einwerbung von Drittmitteln sind andere stärker.

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          Da mag sich die Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt freuen: Sie führt unter den Hochschulen im Rhein-Main-Gebiet die meisten ihrer Studenten zur Promotion, prozentual gesehen. Kein Wunder, denn diese kleine Hochschule hat viele Aufbaustudenten. Fast ein Drittel der 380 Studierenden kommen mit dem Ziel, promoviert zu werden, dorthin. In der Zahlensystematik der „Wissensbilanz 2016“ heißt das: In Sankt Georgen erwerben 36 von 1000 Studierenden den Doktorgrad.

          Insgesamt allerdings liegt die Rhein-Main-Region bei Promotionen im Vergleich mit anderen zehn deutschen Metropolregionen nur im Mittelfeld, wie die Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt, der Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main und die Wirtschaftsinitiative Frankfurt/Rhein-Main in ihrer neuen Zusammenschau belegen.

          Sieben Hochschulen in Rhein-Main

          Lediglich 9,7 je 1000 Studenten erwerben den Doktorgrad - das ist Platz sechs. Spitzenreiter sind die Regionen Rhein-Neckar mit 16,1 Promotionen je 1000 Studenten, Hannover mit 15,8 und München mit 14,9. Die Abweichungen seien jedoch nicht in Leistungsunterschieden begründet, sondern in den „jeweiligen regionalen Fächerschwerpunkten“, so die Autoren der Bilanz. Die Daten stammen aus dem Jahr 2013.

          Seit 2008 sammeln IHK, Regionalverband und Wirtschaftsinitiative Daten über Wissenschaft und Wirtschaft in der Metropolregion Rhein-Main, ein Gebiet, das sich zwischen Gießen und Viernheim, Bingen und Aschaffenburg, Fulda und Worms über drei Bundesländer erstreckt. 5,6 Millionen Menschen leben dort.

          Bild: F.A.Z.

          In der Region gibt es sieben Hochschulen mit Promotionsabsolventen. Zahlenmäßig kommen die meisten von der Goethe-Universität in Frankfurt (686) und der Gutenberg-Universität in Mainz (579). Verglichen mit der vergangenen Wissensbilanz aus dem Jahr 2012, ist die Quote der Promotionen in der Region um 4,9 Prozent zurückgegangen. Im Bundesdurchschnitt waren es sogar 7,8 Prozent.

          Auch bei dualen Studiengängen nur Mittelklasse

          Deutlich erhöhen hingegen konnten die Universitäten in der Region ihre Drittmitteleinnahmen, nämlich um 21 Prozent. Gleichwohl rangiert das Rhein-Main-Gebiet auch hierbei mit Platz fünf lediglich im Mittelfeld der Metropolregionen. Nach den in die Wissensbilanz 2016 eingeflossenen Zahlen aus dem Jahr 2012 sind aus öffentlichen und privaten Quellen 442 Millionen Euro an die Hochschulen in Rhein-Main geflossen (ohne die privaten und kirchlichen Hochschulen). Mit Abstand führt die Region Rhein-Ruhr dieses Ranking an; dort warben die Hochschulen 710 Millionen Euro ein.

          Im Rhein-Main-Gebiet haben die vier Unis in Frankfurt, Darmstadt, Gießen und Mainz 414 Millionen Euro eingeworben, also knapp 94 Prozent aller Drittmittel. Größter Geldgeber sind mit 35 Prozent die Deutsche Forschungsgemeinschaft, 25 Prozent die Wirtschaft und mit 18 Prozent der Bund.

          Außer bei Promotionen und den Drittmitteln belegt die Rhein-Main-Region auch bei den dualen Studiengängen nur einen mittleren Platz. 84 solche Studiengänge an 19 Hochschulen gibt es derzeit, vor allem in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Sechs Regionen schneiden besser ab, allen voran das Gebiet Rhein-Ruhr mit 226 dualen Studiengängen. Positiv ist, dass sich die Zahl dieses Angebots in Frankfurt/Rhein-Main seit 2012 fast verdoppelt hat, aber mit dem Bundestrend - einem Plus von 118 Prozent - kann die Region nicht mithalten. Sie rutschte von Platz fünf auf Platz sieben ab.

          Und in puncto Internationalität?

          Vordere Plätze belegt das Rhein-Main-Gebiet beim Anteil aller Studenten und bei der Zahl der ausländischen Studierenden. In Frankfurt/Rhein-Main besuchen 39,9 je 1000 Einwohner eine Hochschule; das ist Platz zwei hinter der Region Rhein-Ruhr. Insgesamt sind laut der Bilanz rund 221.500 Studenten an 39 Hochschulstandorten eingeschrieben, allein fast 80.000 an den Universitäten in Frankfurt und Mainz. Etwas mehr als 80.000 Männer und Frauen studieren an den 16 Fachhochschulen in der Region.

          13,7 Prozent der Studenten in Frankfurt/Rhein-Main haben einen ausländischen Pass. Auch das bedeutet den zweiten Rang, dieses Mal hinter Berlin-Brandenburg. Spitzenreiter in der Region sind die vergleichsweise kleinen Hochschulen: So haben an der Städelschule in Frankfurt drei von vier Studenten eine ausländische Staatsbürgerschaft, an der European Business School sind es 25 Prozent.

          Die Zahl der Abiturienten ist gestiegen

          Stärker gestiegen als im Bundesdurchschnitt ist in der Rhein-Main-Region der Anteil der Abiturienten. Aktuell machen 39,3 Prozent aller Schulabgänger Abitur. Damit liegt die Region knapp hinter Berlin-Brandenburg und abermals deutlich hinter Rhein-Ruhr.

          Innerhalb des Rhein-Main-Gebiets gibt es laut der Bilanz deutliche regionale Unterschiede. Bei den Landkreisen hat der Hochtaunuskreis mit einem Anteil von 46,4 Prozent die Nase vorn. Bei den Städten nimmt die „Wissenschaftsstadt“ den ersten Rang ein: In Darmstadt erwerben 57,7 Prozent der Schüler die allgemeine Hochschulreife.

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