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Rhein-Main : Karstadt und Kaufhof vielerorts Konkurrenten

Bild: F.A.Z.

Metro-Chef Eckard Cordes hat den Zusammenschluss der Kaufhausketten Karstadt und Galeria Kaufhof ins Gespräch gebracht. Wird er in die Tat umgesetzt, dürfte es auch in der Rhein-Main-Region bald weniger Kaufhäuser geben.

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          Die Pläne sind noch vage. In der Branche gilt es aber als sicher, dass ein Zusammenschluss der Karstadt- Kaufhäuser des Touristik- und Handelskonzerns Arcandor mit den Galeria-Kaufhof-Warenhäusern der Metro AG auch Schließungen und Stellenabbau nach sich zöge. Denn eine reanimierte Deutsche Warenhaus AG, wie sie Metro-Konzernchef Eckhard Cordes nun ins Spiel gebracht hat, würde sich kaum zwei große Häuser in unmittelbarer Nähe – an einem Standort – leisten können, zumal das Warenhauskonzept an sich als überholt gilt. „Wenn zwei Häuser am selben Standort das gleiche Sortiment bieten, dann sind immer auch Arbeitsplätze in Gefahr“, sagt Bernhard Schiederig, Fachbereichsleiter Handel bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in Hessen.

          Jochen Remmert

          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Werden die Pläne konkreter, dürften demnach überall dort die Sorgen bei den Beschäftigten von Karstadt und Galeria Kaufhof wachsen, wo beide Warenhausketten dicht an dicht um Kunden kämpfen. Das ist beispielsweise auf der Zeil in Frankfurt der Fall, wo Karstadt mit rund 33.000 Quadratmetern zwar die größere Fläche im Vergleich zur Galeria Kaufhof mit 25.000 Quadratmetern hat. Der Konkurrent verfügt dafür aber über die noch etwas exponiertere Lage an der Einkaufsstraße, die zu den umsatzstärksten in Deutschland gehört. Außerdem ist die Galeria Kaufhof an der Hauptwache erst vor einem Jahr inklusive Fassade aufwendig renoviert und mit einem neuen nobleren Sortiment versehen worden. Karstadt auf der Zeil zählt rund 800 Beschäftigte, Kaufhof rund 700, viele davon sind Teilzeitkräfte.

          Karstadt Wiesbaden erst modernisiert

          Wer in Frankfurt das Rennen machen würde, ist noch offen, in Wiesbaden spricht dagegen – für den Fall eines Zusammengehens der beiden Ketten – mehr für einen Fortbestand der Karstadt-Dependance am Mauritiusplatz. Denn auch sie ist erst kürzlich modernisiert und mit einer neuen Steinfassade verkleidet worden. Die Galeria Kaufhof tut sich hier dagegen seit Jahren eher schwer, was die Attraktivität des Baus und des Sortiments betrifft.

          Vertreten sind Karstadt und Kaufhof außerdem noch im Main-Taunus-Zentrum in Sulzbach, im Nordwestzentrum in Frankfurt, in Darmstadt und in Hanau. Das Schicksal der Hanauer Karstadt-Dependance gilt allerdings ohnedies als ungewiss. Denn als der angeschlagene Arcandor-Konzern im April mitteilte, kaum oder nicht rentable Warenhäuser und Luxuskaufhäuser wie das KaDeWe in Berlin ausgliedern zu wollen, weil sie nicht mehr zum Kerngeschäft zählten, wurde auch Hanau genannt. Karstadt und Kaufhof zusammen kommen in ganz Deutschland auf rund 250 Häuser.

          Gewerkschaft befürchtet Stellenabbau

          Dass die Kaufhäuser auch bei Metro nicht mehr zum Kerngeschäft zählen, ist spätestens klar, seit Metro-Konzernchef Eckhard Cordes vor etwas mehr als einem Jahr davon gesprochen hat, dass die Galeria-Kaufhof-Häuser nicht zur Kernkompetenz des Konzerns zählen. Wie andere Branchenexperten, rechnet auch Gewerkschafter Schiederich damit, dass im Fall der Zusammenführung viele Stellen auch in den beiden Zentralen wegfielen, weil Funktionen doppelt vorhanden seien.

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