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: Rettungshunde proben den nächtlichen Ernstfall

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Es ist dunkel im Wald in der Nähe von Mörfelden, als der Mann in dem roten Overall mit den weißen Reflektorstreifen das Hundehalsband mit einem leisen Klicken öffnet. Schon schießt Zora, die braune Deutsch-Kurzhaar-Hündin, los.

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          Es ist dunkel im Wald in der Nähe von Mörfelden, als der Mann in dem roten Overall mit den weißen Reflektorstreifen das Hundehalsband mit einem leisen Klicken öffnet. Schon schießt Zora, die braune Deutsch-Kurzhaar-Hündin, los. Irgendwo unter den Bäumen zwischen Hecken, feuchtem Moos und Herbstlaub liegen Menschen. Zora, die Rettungshündin, soll sie finden, und das möglichst schnell.

          In dieser Nacht schwebt aber niemand in Lebensgefahr. Zusammen mit der Feuerwehr Mörfelden hat die Rettungshundestaffel Frankfurt am Freitag den Ernstfall geprobt. Die Situation: Nach einem Busunfall sind fünf Personen unter Schock in ein rund acht Hektar großes Waldgebiet geflohen, in dem sie sich verirren und zu erfrieren drohen. Getrennt voneinander gehen Feuerwehr und Hundestaffel auf die Suche.

          Vermißte zu finden, das ist Teamarbeit. Zu einem Rettungshunde-Team gehören ein Suchhund, ein Hundeführer und ein Einsatzhelfer. Die Aufgaben sind genau verteilt: Der Hundeführer lenkt den Suchhund und muß wissen, wie sich sein Hund verhält, wenn ein Gebiet vollständig abgesucht ist oder wenn er die Witterung eines Vermißten aufgenommen hat. Der Einsatzhelfer bedient das Funkgerät und ist für die Orientierung im Gelände zuständig.

          Beim Suchen verläßt sich Zora ganz auf ihre Nase. Der faulige Geruch einer nahen Kläranlage bringt sie nicht von ihrer Fährte ab. "Ein guter Suchhund ist schnell, zuverlässig und zeigt bei jeder Gelegenheit oderdentlich an", sagt Hundeführer Christian Barthelmes. Nur in einem Fall könne der Hund ungehorsam sein: Wenn er Witterung aufgenommen hat, darf er das "Bei Fuß!" des Führers überhören. Seit gut vier Jahren sind Zora und Barthelmes unzertrennlich. "Ich habe Zora damals auf einer Station für verletzte Wildtiere gesehen und mußte sie einfach mitnehmen", erzählt Barthelmes. Er vermutet, das Tier stamme aus einer illegalen Hundezucht. Anfangs habe die Hündin panisch reagiert und Angst im Dunkeln gehabt. Davon ist im Wald bei Mörfelden nichts mehr zu spüren.

          Die Ausbildung zum Rettungshund dauert etwa zwei Jahre. Im Prinzip kann jeder Hund Rettungshund werden, von einigen Einschränkungen abgesehen. "Große, schwere Hunde sind weniger belastbar und bekommen oft Gelenkprobleme", sagt Susanne Lietzow, Öffentlichkeitsreferentin der Frankfurter Hundestaffel. "Sind die Hunde aber zu klein, haben sie Probleme mit Hindernissen." In der Ausbildung werden die Hunde mit kleinen Leckerli oder Spielzeugen belohnt, wenn sie einen Menschen aufspüren. "Dabei lernen sie: Alle Menschen sind toll", erklärt Lietzow, "und das Suchen wird für sie die schönste Sache überhaupt."

          Endlich: ein lautes Bellen, für Barthelmes das Zeichen, daß Zora etwas gefunden hat. Die Vermißte liegt nicht weit entfernt im feuchten Laub, und dennoch wäre Barthelmes im Dunkeln an ihr vorbeigelaufen. Zora bekommt die verdienten Streicheleinheiten und ihren Lieblingsleckerbissen: zerhackten grünen Pansen.

          Im Ernstfall ist die Rettungshundestaffel in Frankfurt und Umgebung im Einsatz. Die Hundestaffel arbeitet ehrenamtlich und ist auf Spenden angewiesen. Speziell geschulte Rettungshunde-Teams suchen auch im Ausland Vermißte, etwa in Erdbebengebieten. Auch Zora soll bald im Ausland Leben retten. Im nächsten Jahr soll die Hündin die entsprechende Prüfung ablegen. Schon jetzt ist sie in Form. Von den fünf Vermißten hat Zora am Ende alleine drei gefunden. Christoph König

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