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Fahrradschnellweg : Von der Kinzig zum Frankfurter Ostbahnhof

Mit Radwegen die Region vernetzen: Der Radschnellweg von Hanau nach Frankfurt soll dazu einen Beitrag leisten. Bild: dpa

Das Potential scheint groß: In einer Studie werden 2000 Nutzer eines Radschnellwegs von Hanau nach Frankfurt vorausgesagt. In fünf Jahren frühestens könnte die Route zur Verfügung stehen.

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          Er soll rund 17 Kilometer lang werden und vom Frankfurter Ostbahnhof durch den Ostpark über die Orber Straße bis zur Hanauer Landstraße führen. Weiter geht es am Main entlang nach Maintal, dessen Grüne Mitte und zum Bahnhof Maintal-Ost. Es folgt ein Stück durch den Wald bis zur Hanauer Stadtgrenze. In Hanau verläuft die Trasse entlang der Frankfurter Landstraße und der Kleingartenanlage am Baumweg, dann ist die Hanauer Innenstadt über eine neue Brücke über die Kinzig fast erreicht.

          Luise Glaser-Lotz

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

          So skizziert der Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main die Fahrt auf dem künftigen Radschnellweg FRM7 Hanau–Frankfurt, sollte die Vorzugsvariante der Planer verwirklicht werden. Alternativen für einzelne Streckenabschnitte sind dem Verband zufolge noch möglich. Das ist Zukunftsmusik, denn fertig sein könnte der Schnellweg nach den Erwartungen des Regionalverbands erst in fünf bis acht Jahren. Doch der Bau des Weges, der Radfahrern eine möglichst verkehrsarme, schnelle und sichere Fahrt von Hanau nach Frankfurt und zurück verspricht, ist durch die Fertigstellung der vom Regionalverband sowie von Frankfurt, Maintal und Hanau in Auftrag gegebenen, 62.000 Euro teuren Machbarkeitsstudie ein Stück nähergerückt.

          Sie besagt, dass auf der Trasse das erforderliche Potential eines Radschnellweges von 2000 Radfahrenden am Tag problemlos erreicht wird. Im unmittelbaren Einzugsgebiet lebten mehr als 100.000 Einwohner, die von dem neuen Schnellweg profitieren könnten, heißt es in der Studie. Er werde es Radpendlern aus Hanau ermöglichen, in gut 50 Minuten Frankfurt zu erreichen. Damit wäre der Radfahrer der Studie zufolge während des Berufsverkehrs in etwa genauso schnell wie der Autofahrer. Kosten würde der Bau der gesamten Strecke, einschließlich des Neubaus einer Brücke über die Kinzig in Hanau, knapp 35 Millionen Euro. Jeder Kilometer schlüge im Durchschnitt mit zwei Millionen Euro zu Buche, was dem Kostenrahmen vergleichbarer Projekte in Deutschland entspräche.

          Vernetzte Region durch Radwege?

          Als einen Pluspunkt verbucht die Studie, dass die Strecke zu einem großen Teil auf vorhandenen Wegen verlaufen kann, die für den Zweck nur verbessert werden müssten. Auch seien nur wenige Neubauten von Brücken und Unterführungen notwendig. Vorgesehen sei, dass der Radschnellweg auf mehr als der Hälfte der Strecke als eigenständiger Radweg verläuft. Auf dem Rest wäre er hauptsächlich als Fahrradstraße ausgewiesen und zu einem geringen Teil als gemeinsamer Fuß- und Radweg angelegt.

          Nun geht es an die näheren Planungen. Als Herausforderungen bezeichnet der Planungsverband die anstehenden Abstimmungen mit den Fachbehörden zu möglichen Eingriffen in Natur und Landschaft. Außerdem gelte es, die Fertigstellung einzelner Abschnitte mit den Bauarbeiten rund um die nordmainische S-Bahn zu koordinieren. Geprüft werden soll zudem, wie Rad- und landwirtschaftlicher Verkehr auf gemeinsam genutzten Abschnitten möglich wäre. Den Planungs- und Realisierungsprozess wird der Regionalverband koordinieren. Nächste Schritte sollen die Klärung der Finanzierung sowie die politischen Grundsatzbeschlüsse in den beteiligten Kommunen sein.

          Nach Angaben von Rouven Kötter (SPD), Erster Beigeordneter und Mobilitätsdezernent des Regionalverbandes, sollen einmal insgesamt neun Radschnellwege die Region vernetzen und den Alltagsradverkehr sicherer und komfortabler machen. Für den ersten Radschnellweg FRM1 von Darmstadt nach Frankfurt wurden im Sommer bereits die ersten Kilometer ihrer Bestimmung übergeben. Hanau setzt sich für die Schaffung eines 26 Kilometer langen Schnellradwegs über die hessisch-bayerische Landesgrenze von Hanau nach Aschaffenburg ein, der sich an den Weg von Frankfurt nach Hanau anschließen würde. Die Erstellung einer Machbarkeitsstudie ist nach Ankündigung von Hanaus Verkehrsdezernent Thomas Morlock (FDP) für das Jahr 2021 vorgesehen. Der Aschaffenburger Kreistag befürwortet das Projekt. Anliegergemeinden wären neben Hanau die Kommunen Großkrotzenburg, Kahl, Karlstein, Kleinostheim und Mainaschaff.

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