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„Rachefeldzug“ : Darmstädter Generalmusikdirektor kündigt

  • Aktualisiert am

Gibt sein Amt auf: Constantin Trinks Bild: Barabara Aumüller

Paukenschlag am Staatstheater Darmstadt: Nach einem heftigen Streit mit dem Intendanten John Dew tritt Generalmusikdirektor Constantin Trinks vorzeitig ab. Beide hatten jeweils den Partner des anderen als Sänger abgelehnt.

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          Nach den Personal-Querelen am Staatstheater Darmstadt schmeißt der Generalmusikdirektor (GMD) hin: Constantin Trinks gibt sein Amt zum Ende der Spielzeit vorzeitig auf. Trinks' Anwalt bestätigte am Freitag einen entsprechenden Vorab-Bericht des 3sat-Magazins „Kulturzeit“, das am Abend ausgestrahlt werden sollte. Der GMD erhebt darin schwere Vorwürfe gegen den Intendanten John Dew und das hessische Kunstministerium. Dew und Trinks hatten die Lebensgefährten des jeweils anderen als Sänger abgelehnt. Der Streit war so eskaliert, dass ein Sonderaufklärer eingesetzt wurde.
           

          Seine außerordentliche Kündigung hätten „das Ministerium und Herr Dew zu verantworten“, sagte Trinks dem Kulturmagazin. Die Zustände am Haus seien „einfach nicht mehr zumutbar“. In Darmstadt herrsche kein Klima mehr, indem er Kunst machen wolle. „Im Prinzip müsste ich sofort den Taktstock niederlegen und sagen: Dankeschön.“ Aus Verantwortung den Mitarbeitern gegenüber werde er aber noch bis Juli 2012 bleiben. Trinks' Vertrag endet offiziell im August 2014.

          Auch das Verhältnis zum Ministerium sei zerrüttet, sagte Trinks


          Dem Intendanten warf Trinks Mobbing und einen „Rachefeldzug“ vor. „Aus künstlerischen Gründen“ habe er es abgelehnt, Dews Ehemann, den Sänger Sven Ehrke, im „Rheingold“ singen zu lassen. Um sich an ihm zu rächen, habe Dew danach Trinks' Frau „unter Druck gesetzt und gemobbt“. Er habe eigenmächtig den Spielplan geändert „und über die Jahre immer wieder meine Vertragsrechte verletzt, indem er mich bei wichtigen Besetzungsfragen ignoriert hat.“


          Auch das Verhältnis zum Ministerium sei zerrüttet, sagte Trinks, „weil ich in der Tat den Eindruck habe, dass das Ministerium die in meinen Augen fragwürdige Vorgehensweise von Herrn Dew unterstützt, beziehungsweise deckt“. Aufgrund seiner Gastverpflichtungen habe er seine Residenzpflicht nicht voll erfüllen können, dies aber habe das Ministerium selbst genehmigt. „Zu behaupten, ich käme meinen Pflichten nicht nach, ist eine Frechheit.“ Das Staatstheater erfuhr von Trinks' Entscheidung aus der Presse und wollte diese nicht kommentieren. Auch aus Wiesbaden gab es zunächst keine Reaktion.

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