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Streit mit „Querdenkern“ : Eltern wehren sich gegen Corona-Leugner

Eine Initiative plant juristische Schritte, weil der Name und die Internetseite der Gruppe gegen deren Willen auf einer Internetseite von „Querdenkern“ genannt werden. (Symbolbild) Bild: dpa

Sogenannte Querdenker berufen sich im Internet auf das Bündnis „Familien in der Krise“ gegen dessen Willen. Die Eltern-Initiative erwägt nun eine Klage.

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          Die Initiative „Familien in der Krise“ wehrt sich gegen eine Vereinnahmung durch Corona-Leugner. Die Gruppe von Eltern plant juristische Schritte, weil der Name und die Internetseite der Initiative gegen deren Willen in einem Video und auf einer Internetseite von „Querdenkern“ genannt werden.

          Florentine Fritzen
          Korrespondentin im Hochtaunuskreis

          Im einen Fall geht es um ein in sozialen Medien geteiltes Video. Darin wird behauptet, ein Kind sei gestorben, weil es in der Schule eine Maske getragen habe. Der andere Fall betrifft die Internetseite der Partei „WIR2020“, die die „Rücknahme sämtlicher Gesetzesänderungen im Zusammenhang mit der sogenannten Covid-19-Pandemie“ fordert. Die Partei wurde von dem Arzt Bodo Schiffmann mit gegründet, der auf Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen auftritt.

          „Unsere Initiative distanziert sich ausdrücklich von Querdenkern und insbesondere von diesem absurden Video“, sagt Diane Siegloch, Mitinitiatorin von „Familien in der Krise“. Sie und ihre Mitstreiter erwägen, auf Unterlassung zu klagen. „Es hat keinerlei Kontakt von Familien in der Krise zu Bodo Schiffmann gegeben.“

          Die Telefonnummer führt zum Fax-Gerät

          Im Abspann des Films wird unter der Überschrift „Unterstützung findet Ihr hier“ an zweiter Stelle die Internetseite von „Familien in der Krise“ genannt. Auf der Seite von „WIR2020“ heißt es: „Wir haben für Euch die wichtigsten Adressen zusammengestellt, wo Ihr Hilfe bekommt.“ Dort wird an oberster Stelle auf die Internetseite von „Familien in der Krise“ verlinkt und das Logo der Initiative gezeigt. Siegloch sagt, sie habe dort angerufen, um darum zu bitten, „dass wir da runter genommen werden“. Die angegebene Telefonnummer führe aber zu einem Fax-Gerät. Das war auch so, als die F.A.Z. unter der „Telefonnummer“ anzurufen versuchte.

          Die Initiatorinnen von „Familien in der Krise“ haben sich im April auf Facebook kennengelernt und Demonstrationen vor dem Landtag in Wiesbaden und auf dem Römerberg in Frankfurt organisiert. Sie setzen sich dafür ein, dass die Schulen in der Pandemie offen bleiben. Im Sommer hatten sie sich auch gegen eine Maskenpflicht im Unterricht und auf dem Schulhof ausgesprochen. „Wir sind einfach nur Eltern, die sich für mehr Verhältnismäßigkeit der Corona-Maßnahmen engagieren, die Familien betreffen. Radikale Positionen lehnen wir ab“, sagt Siegloch. „Das gilt auch für das aggressive Trommeln mancher Gruppen gegen den Präsenzunterricht.“

          Vor einigen Tagen erschien auf der Facebook-Seite von „Familien in der Krise“ ein Foto mit dem Kommentar „Die Alibi-Maske aus Tüll, die meine Tochter beim Schulsport aufsetzt“. Auf einen Hinweis hin löschte ihn die Initiative. „Derzeit sind wir eine Facebook-Gruppe mit über 2000 Mitgliedern“, sagt Siegloch. „Wir können nicht in jedem Fall ausschließen, dass wir in Einzelfällen auch von Coronaleugnern unterwandert werden.“ Aktiv seien derzeit 150 Eltern in Hessen, bundesweit etwa 300. Siegloch sagt: „Wir streben eine Vereinsgründung an, um unsere Tätigkeit auf solide Beine zu stellen.“

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