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Queere Zentren : Zusammen trotz aller Hürden

Reales Treffen: Nur wenige Jugendliche können seit Juni im Queeren Zentrum in Darmstadt wieder zusammenkommen. Bild: Marcus Kaufhold

Während der Corona-Krise mussten queere Zentren ihre Schutzräume neu organisieren. Auch nach den Lockerungen sind die Folgen der Einschränkungen spürbar.

  • -Aktualisiert am
          4 Min.

          Beim Wort „Schutzraum“ kommt vielleicht ein dunkler, enger, modriger Bunker in den Sinn – doch für queere Menschen haben Schutzräume eine ganz andere Bedeutung. Queer ist ein Oberbegriff für all die sexuellen und geschlechtlichen Identitäten, die von der heterosexuellen Norm abweichen. Und Schutzräume, wo sie die ausleben können, eröffnen sich für diese Minderheiten vor allem in „Queeren Zentren“. Sie treffen dort Gleichgesinnte, unterhalten sich über ihr „Coming-out“ – ohne Diskriminierung und Gewalt fürchten zu müssen. Häufig gibt es spezielle Beratungsangebote. Doch die Corona-Krise hat im Frühjahr auch vor diesen Schutzräumen keinen Halt gemacht. Mitte März gingen überall die Lichter aus.

          „Diskriminierung zu Hause war während der Corona-Krise ein großes Problem“, sagt Annika Beer. Sie gehört zum pädagogischen Team des Queeren Zentrums Darmstadt. Besonders Jugendliche, die sich dem Trans-Spektrum zuordneten, seien benachteiligt gewesen. Denn oftmals akzeptiere die Familie nicht deren Geschlechtsidentität. „Es passiert zum Beispiel ganz oft, dass Trans-Jugendliche mit dem falschen Namen zum Essen gerufen werden.“ Das mag für viele wie eine Petitesse wirken. Für die Betroffenen ist es aber eine von tausend Situationen im Alltag, in denen sie sich nicht akzeptiert fühlen. Das macht es schlimm.

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