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Tat aus Eifersucht : Er feuerte, bis das Magazin leer war

  • -Aktualisiert am

Der Täter schoss auf dem Parkplatz immer wieder auf die Frau (Symbolbild). Bild: dpa

In Bad Homburg lauert 2019 ein Mann seiner ehemaligen Freundin vor der Taunus Therme auf. Er will sie töten, weil sie nicht mehr mit ihm zusammen sein will. Nun läuft der Prozess gegen ihn.

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          Fast auf den Tag genau zehn Monate nach den Schüssen auf eine damals 52 Jahre alte Frau auf dem Parkplatz der Taunus Therme muss sich seit Donnerstag ihr 59 Jahre alter ehemaliger Freund vor dem Landgericht Frankfurt verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Mord, Urkundenfälschung und Körperverletzung vor, sie sieht das Mordmerkmal Heimtücke erfüllt. Der Anklageschrift zufolge verließen die Frau und ihr Begleiter, ihr neuer Freund, gegen 23 Uhr die Therme. Auf dem Parkdeck soll der Angeklagte gelauert haben. Laut Staatsanwältin war er in der Absicht dorthin gekommen, die Frau zu töten.

          Dass sie noch am Leben ist, scheint sie vor allem ihrem Freund zu verdanken. Mit den Worten „Hallo Olga“ soll der Angeklagte auf sie zugegangen sein und augenblicklich das Feuer eröffnet haben. Mehrere Kugeln trafen sie und verursachten teils potentiell lebensgefährliche Durchschüsse. Dann stürzte sich der Freund der Frau auf den Angeklagten, um ihm die Waffe zu entreißen. Dem Mann gelang es trotzdem, zu feuern, bis das Magazin leer war. Anschließend soll er die Waffe weggeworfen haben und davongefahren sein. Noch in derselben Nacht wurde er an seinem Wohnort in Königstein festgenommen, seitdem befindet er sich in Untersuchungshaft.

          Gestorben an Folgen häuslicher Gewalt

          Acht Jahre lang führten er und die Frau eine Beziehung. Nach der Trennung soll er ihre Forderung, keinen Kontakt mehr zu suchen, ignoriert haben. Als sie sich Mitte 2019 einem anderen Mann zuwandte, beschloss er, so formuliert es die Staatsanwältin, dass sie „das Recht zu leben verwirkt“ habe. In Vorbereitung auf die Tat soll er GPS-Tracker an den Autos des Paares befestigt haben. Das Gericht hat vier weitere Verhandlungstage für den Fall angesetzt. Auch die Frau wird als Zeugin vernommen, sie ist in dem Verfahren Nebenklägerin.

          Der Prozess reiht sich in eine lange Liste von Fällen aus der Region ein, bei denen Männer, die die Trennung nicht akzeptieren wollen, gewalttätig werden. Erst am Mittwoch hatte am Landgericht Frankfurt ein ähnliches Verfahren begonnen. Von kommender Woche an muss sich ein 44 Jahre alter Mann verantworten, der im Oktober 2019 im Stadtteil Bornheim seine ehemalige Freundin mit 35 Stichen tötete. Das Messer hatte er zuvor mit ihr zusammen und von ihrem Geld gekauft. Das Bundeskriminalamt geht davon aus, dass 2018 in Deutschland jeden dritten Tag eine Frau an den Folgen häuslicher Gewalt starb.

           

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