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Preisgekrönte Amateurfilmer : Ein Jahr Arbeit für knapp 26 Minuten

  • -Aktualisiert am

Eingereicht: Screenshot des Kurzfilms „Duels“ von Bernd Nilsson Bild: Marcus Kaufhold

Amateurfilmer investieren viel Zeit und Geld und messen sich in Wettbewerben. Einer breiten Öffentlichkeit werden sie dabei selten bekannt. Was treibt sie an?

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          In Deutschland gibt es wahrscheinlich Millionen von Menschen, die mit Videokameras und Smartphones Filmchen drehen. Dabei geht es meist darum, Szenen aus dem Urlaub festzuhalten oder das Heranwachsen der Kinder von der Taufe bis zur Abiturfeier zu bannen. Diese Abermillionen kurzer und längerer Szenen werden in den meisten Fällen ohne Ehrgeiz aufgenommen und dienen nur zur Erbauung oder Unterhaltung eines kleinen Kreises. Doch es gibt auch ambitionierte Filmer, die eine Menge Energie, Zeit und Geld investieren. Und natürlich – typisch für Deutschland – organisieren sie sich auch, zum Beispiel im BDFA Hessen, dem Ableger des Bundesverbands Deutscher FilmAutoren. Früher hieß es „Filmamateure“, aber „Autoren“ klingt professioneller.

          Bundesweit kommt dieser Verband nach eigenen Angaben auf rund 2500 Mitglieder, die Zahlen sind allerdings rückläufig. Dem hessischen Landesverband sind 22 Filmklubs mit etwa 400 Mitgliedern angeschlossen. Es handelt sich um ein typisches Rentnerhobby, das überdies männlich dominiert ist. Unter den 22 Mitgliedern des Wiesbadener Filmkreises ist nur eine Frau, nur vier sind berufstätig. Wer noch im Job steht, hat meist nicht die Zeit für das aufwendige Hobby – das überdies nicht ganz billig ist. Eine Kamera gibt es zwar schon für 300 bis 400 Euro. Die besonders guten kosten aber auch gern das Zehnfache. Und vom zeitlichen Einsatz machen sich Laien auch keine Vorstellungen. Für einen Streifen von fünfzehn Minuten sind manchmal viele Monate am Drehort, in Vorgesprächen und am Schneidetisch zu investieren.

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