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Polsterei in Wiesbaden : „Heute therapiere ich Stühle“

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Neues Leben für alte Stühle: Sofia Konaka hat die Psychologie aufgegeben, um in Wiesbaden eine Polsterwerkstatt zu führen. Bild: Marcus Kaufhold

Sofia Konaka betreibt eine Polsterei an der Wiesbadener Nerostraße. Ihre Beziehung zu Stühlen führt sie schon Mal nach England – unter anderem in die Downing Street 10.

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          Wenn Sofia Konaka von alten Stühlen spricht, leuchten ihre Augen. Die zierliche 41 Jahre alte Frau gestikuliert raumgreifend und schwärmt davon, welche Geschichten ihr die Möbel erzählen. „Ich gebe einem Stuhl ein neues Leben. Er hat schon mal gelebt, manchmal sogar mehrere hundert Jahre. In solchen Stühlen stecken viele interessante Details“, sagt die studierte Psychologin und lässt erkennen, mit wie viel Engagement sie an die Arbeit geht. Polstert sie einen antiken Stuhl neu, dann signiert sie ihn zugleich. „Ich hinterlasse meine Visitenkarte. Wenn in 30 oder 40 Jahren ein anderer Handwerker das Polster öffnet, dann erfährt er von mir und meiner Arbeit“, erzählt Konaka, und man ahnt: Ihre Beziehung zu Stühlen kann durchaus als intensiv bezeichnet werden.

          Seit Anfang des Jahres betreibt sie eine „offene Polsterei“ an der Wiesbadener Nerostraße. Sie freut sich, wenn ihre Kunden dabei zuschauen, wie sie die antiken Stücke in altem Glanz erstrahlen lässt. Die Wiesbadenerin hat ihr Handwerk von der Pike auf in einem Raumausstattungsgeschäft an der Taunusstraße gelernt. Drei Jahre dauerte ihre Ausbildung, bevor sie als Gesellin in das Hotel Nassauer Hof wechselte. „Das war langweilig, da hat es mir nicht gefallen“, erinnert sie sich. Also entschloss sie sich, etwas ganz anderes zu machen: Sie lernte den Beruf der Heilpraktikerin und studierte später in Mainz Psychologie an der Johannes-Gutenberg-Universität.

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