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Polizei seit Attentat in Hanau : „Wie eine lebende Zielscheibe“

Finger am Abzug: Schwer bewaffnete Polizisten sichern am Tag nach dem Hanauer Attentat einen Tatort. Bild: Wolfgang Eilmes

Seit der Attentatsnacht werden Polizisten in Hanau immer wieder verbal attackiert und beleidigt. Die Stimmung ist angespannt. Ein Gewerkschaftler berichtet von den Belastungen des Einsatzes und den Folgen für die Beamten.

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          Viele „schlimme Sprüche“ müssen sich Beamte der Hanauer Polizei auf Streife derzeit anhören. Nicht selten werden sie von Passanten auf der Straße angesprochen und mit Blick auf den Anschlagsabend vom 19. Februar 2020, als ein rassistischer Täter neun Menschen mit Migrationshintergrund, dann seine Mutter und schließlich sich selbst tötete, mit Vorwürfen konfrontiert und auch verbal beleidigt. Von diesen Erfahrungen berichtet Markus Hüschenbett von der Gruppe Main-Kinzig der hessischen Polizeigewerkschaft. „Die Stimmung in Hanau gegenüber der Polizei ist derzeit besonders angespannt“, sagt er.

          Luise Glaser-Lotz
          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

          Das trifft vor allem die an dem Abend diensthabenden Beamten der Hanauer Polizeistation, obwohl nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft alle korrekt gehandelt haben und keinerlei Verstoß gegen die Dienstvorschriften vorliegt (F.A.Z. vom 16. Juli). Die Staatsanwaltschaft hatte Vorermittlungen angestellt, nachdem der Vater des getöteten Vili Viorel Paun eine Anzeige gegen die Polizei gestellt hatte wegen fahrlässiger Tötung seines Sohnes.

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