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„Sozialer Brennpunkt“ : Mit aller Härte gegen kriminelle Großfamilien

Viertel in Verruf: Die Platensiedlung soll wieder sicherer werden. Bild: Wolfgang Eilmes

Großfamilien terrorisieren die Nachbarschaft, horten Waffen in ihren Wohnungen und verkaufen an der Haustür Drogen: In einer Frankfurter Brennpunkt-Siedlung sollen nun mehr nächtliche Streifen und eine Beschwerdestelle her. Doch einige Betroffene trauen sich nicht zur Polizei zu gehen.

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          Lange hatte Frankfurt keine richtige Brennpunkt-Siedlung mehr. Früher hatte es die Ahornstraße gegeben, dann den Ben-Gurion-Ring. Viertel, in denen die Sozialstruktur so ungünstig war, dass sich Gewalt, Drogenhandel und Vandalismus ausgebreitet haben, bis Stadt und Polizei schließlich einen Weg fanden, die Siedlungen zu befrieden. Nun ist es die Platensiedlung im Stadtteil Ginnheim. Nur wenige hundert Meter von der Bundesbank entfernt. Seit Monaten werden dort sukzessive Vorfälle bekannt, die fast schon an Berliner Verhältnisse erinnern. Großfamilien terrorisieren die Nachbarschaft, horten Waffen in ihren Wohnungen und verkaufen an der Haustür Drogen. Zuletzt gab es einen Gewaltexzess an Halloween (F.A.Z. vom 2. November). Das Viertel, sagen Anwohner, bekomme niemand mehr in den Griff.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Aussage wollen Stadt und Polizei so nicht stehen lassen. Einen „Ortstermin“ haben Planungsdezernent Mike Josef (SPD), Polizeipräsident Gerhard Bereswill, Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) und der Chef der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG, Frank Junker, deshalb vereinbart. Auch, um klarzustellen, dass es sich um einen „punktuellen Kriminalitätsschwerpunkt“ handele, nicht aber um einen „sozialen Brennpunkt“. An diesem Freitagnachmittag stehen sie nun in einem Container, der ab sofort als Anlaufstelle für Beschwerden von Anwohnern genutzt werden soll.

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