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Landesgartenschau in Mainz : Eintrittsgeld als Knackpunkt

  • -Aktualisiert am

Erholungsort: Auch die Grünanlagen rund um die Zitadelle könnten in eine Landesgartenschau einbezogen und abgesperrt werden. Bild: Marcus Kaufhold

Am Mittwoch können Bürger in einem digitalen Gespräch Fragen zur geplanten Landesgartenschau in Mainz stellen. Kritik könnte es zu Absperrungen von Grünflächen geben.

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          Die Konkurrenz ist groß. Wie stark sie ist, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen – noch wissen die Verantwortlichen der Stadt Mainz ja nicht einmal, wie ihre eigene Bewerbung für die Landesgartenschau 2026 aussehen wird. Klar ist nur, dass es eine „Gartenschau für alle“ werden soll, wie es Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) formuliert. „Ziel ist es, möglichst viele Mainzer auf dem Weg zur Bewerbung mitzunehmen“, sagt ein Sprecher der Stadt. „Deshalb hoffen wir, dass möglichst viele ihre Ideen und Wünsche einbringen.“

          In einer ersten digitalen Gesprächsrunde konnten dies rund 70 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Kirchen, Verbänden und Verwaltung tun. In einer zweiten Runde sind alle Bürger eingeladen, über Chancen und Risiken einer Landesgartenschau in Mainz zu reden, Fragen zu stellen, Wünsche zu äußern oder Bedenken vorzubringen. „Alles ist offen, nichts festgelegt, jeder darf zu Wort kommen“, wirbt Ebling für die Bürgerbeteiligung am Mittwoch von 18 bis 20 Uhr (Zugangsdaten und Kurzanleitung unter www.mainz.de/landesgartenschau2026). Ergebnisse werde es an diesem Abend nicht geben, sagt der Sprecher. Doch alle Anregungen sollen in die Arbeit der HNW-Landschaftsarchitekten einfließen.

          Das Hildesheimer Planungsbüro, das seit September vorigen Jahres an einer Machbarkeitsstudie arbeitet, wird sein Konzept vorstellen. Demnach soll sich ein grünes Band durch die Landeshauptstadt ziehen, das Sehenswürdigkeiten und Freizeitflächen miteinander verknüpft sowie öffentliche Grün- und Naherholungsanlagen aufwertet. Welches Gebiet die Schau einschließen soll, ist noch offen, doch Volks- und Stadtpark werden selbstverständlich dazugehören, das Rheinufer vom Winter- bis in den Zollhafen, aber auch „fragmentarische Orte“, die eine Aufwertung verdienten, sagt Planerin Susanne von Weymarn.

          Eine große Fläche einbeziehen

          Zudem soll die auf ein halbes Jahr angelegte Veranstaltung das kulturelle Erbe der Stadt stärker in den Vordergrund rücken – nicht von ungefähr hatte die Stadt zum Auftakt der Kampagne im Herbst vor die Mauern der Zitadelle eingeladen. Die alte Festung könnte freilich auch einer der Orte werden, an dem die Interessen kollidieren. Carsten Homeister, das H in HNW, hatte schon im ersten Pressegespräch angekündigt, die Mainzer müssten in Kauf nehmen, dass sie zahlreiche Orte für den Zeitraum der Gartenschau nur gegen Bezahlung betreten dürften. Immerhin handele es sich um eine Kulturveranstaltung, die zwar vom Land bezuschusst wird, aber „für die man Geld in die Hand nehmen und die Eintrittsgeld erwirtschaften muss“. Welche Flächen und Gelände davon betroffen wären, lasse sich noch nicht sagen.

          An diesem Punkt könnte es spannend werden. Schließlich ist nicht davon auszugehen, dass nur kleine, überschaubare Flächen wie beispielsweise ein endlich mal schön gestalteter Ernst-Ludwig-Platz eingezäunt würden. Wenn eine solche Veranstaltung Einnahmen generieren soll, muss der freie Eintritt großräumig verwehrt werden. Ob sich aber die Mainzer den Zugang zum Rhein oder in ihre Parks nehmen lassen wollen, darf bezweifelt werden. Auch darüber wird am Mittwochabend und in den folgenden Monaten zu diskutieren sein.

          Im Sommer soll die Machbarkeitsstudie dem Stadtrat vorgelegt werden. Sollte der das Projekt absegnen, bleibt Zeit bis zum 15. Oktober, um die Bewerbungsunterlagen zu erstellen und beim Wirtschaftsministerium einzureichen. Danach muss das Land entscheiden, ob Mainz für die Gartenschau 2026 das beste Konzept hat oder einer der Mitbewerber. Ihren Hut in den Ring werfen wollen nach dem aktuellen Stand der Dinge auch Neustadt an der Weinstraße, Bitburg, Bendorf und Speyer.

          „Selbst wenn wir nicht den Zuschlag erhielten, hätten wir mit der Machbarkeitsstudie ein hervorragendes Konzept für die weitere Stadtentwicklung“, sagt der Stadtsprecher. „Mit Landesgartenschau bekämen wir für die Umsetzung sogar noch Zuschüsse vom Land.“

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