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Lückenschluss geplant : Per U-Bahn nach Bad Homburg

Sackgasse: U-Bahn Haltestelle Gonzenheim in Bad Homburg, aufgenommen im Herbst 2018 Bild: Cornelia Sick

Über die Verlängerung der Frankfurter U2 bis zum Bad Homburger Bahnhof wird schon länger diskutiert. Jetzt haben sich die beiden Städte geeinigt: Bad Homburg baut den Lückenschluss, Frankfurt finanziert den Betrieb, wenn von 2028 an die Züge fahren.

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          Dass die Bad Homburger sich die Verlängerung der Frankfurter U2 von der bisherigen Endhaltestelle im Bad Homburger Stadtteil Gonzenheim bis zum Bad Homburger Bahnhof wünschen, haben sie bereits in einem Bürgerentscheid im November 2018 dokumentiert. Damals votierten gut 70 Prozent der Bewohner der Kurstadt dafür, dass die 1,6 Kilometer lange Strecke gebaut werden soll. Seitdem arbeiten Frankfurt und Bad Homburg an einem mit EU-Recht konformen Vertragswerk. Nun konnten die Oberbürgermeister der beiden Städte eine Grundsatzvereinbarung präsentieren. „Jetzt steht alles auf Grün“, sagte Frankfurts Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). 2023 soll mit dem Bau begonnen werden, 2028 sollen die Züge fahren.

          Mechthild Harting
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
          Bernhard Biener
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          „Die Verbindung wird gebraucht“, sagte Bad Homburgs Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU). Die S-Bahnen zwischen Frankfurt und Bad Homburg seien voll, und es sei „auch kein Spaß, auf der Autobahn 5 oder der A 661 im Berufsverkehr zu stehen“. Längst seien die Bürger aber nicht nur in Richtung Frankfurt unterwegs: Bad Homburg sei eine Einpendler-Stadt mit rund 35.000 Arbeitsplätzen bei 55.000 Einwohnern. Für die U-Bahn-Verlängerung muss dennoch eine aktuelle Kosten-Nutzen-Analyse erstellt werden. Sie soll bis Ende dieses Jahres vorliegen.

          Förderwürdigkeit schon belegt

          Weder in Bad Homburg noch in Frankfurt hat jemand Zweifel, dass die für eine Förderung notwendigen Fahrgastzahlen erreicht werden. Frühere Analysen hatten die Förderwürdigkeit schon belegt. Schließlich gibt es für das Vorhaben bereits einen Planfeststellungsbeschluss. Seit 2016 besteht für den Lückenschluss Baurecht. Die Nettokosten werden mit rund 56 Millionen veranschlagt. Es wird erwartet, dass der Bund und das Land Hessen etwa 90 Prozent der Kosten übernehmen. Die am Montag vorgelegte Grundsatzvereinbarung zwischen den beiden Städten sieht vor, dass Bad Homburg für den Bau der Strecke aufkommt, während Frankfurt die Kosten für den Betrieb übernimmt. Der Vereinbarung müssen die beiden Stadtparlamente noch zustimmen.

          Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) bezeichnete das Vorhaben als Schlüsselprojekt. Es zeige, dass Frankfurt die Nähe zur Region suche. Die Großstadt hat angesichts ihrer Verkehrsprobleme und der Vorgabe der EU, Stickoxid-Grenzwerte einzuhalten, das Ziel, den öffentlichen Nahverkehr auszubauen. Die U-Bahn-Verlängerung schaffe ein „neues attraktives Mobilitätsangebot für die Bürger von Bad Homburg und Frankfurt“, sagte Feldmann.

          Gut auch für das Usinger Land

          Die neue Verbindung wird nach Ansicht des Bad Homburger Bürgermeisters Meinhard Matern (CDU) eine deutliche Lücke im Liniennetz schließen. Die positiven Folgen würden in der Region von Frankfurt über Bad Homburg bis ins Usinger Land hinein spürbar sein. Denn die Verlängerung soll die Funktion des kurstädtischen Bahnhofs als Verkehrsdrehscheibe insgesamt stärken. Außer an das Stadtbus- und Regionalbussystem bekommen die U-Bahn-Fahrgäste Anschluss an die S-Bahn-Linie 5, die Taunusbahn und die Regionalbahn nach Friedberg.

          In den nächsten Jahren soll die Taunusbahn elektrifiziert und auf diese Weise die S5 von Friedrichsdorf bis Usingen verlängert werden. Zudem verkehren auch künftig Taunusbahn-Direktzüge nach Frankfurt. Schließlich ist Bad Homburgs Bahnhof Teil des Großprojekts Regionaltangente West, die im Westen um Frankfurt herum zum Flughafen und in den Kreis Offenbach führen soll.

          Hetjes ist überzeugt, dass der Lückenschluss auch die Bad Homburger Innenstadt stärkt. Schließlich sei der Frankfurter Norden seit jeher auch in Richtung Bad Homburg orientiert. Das bestätigte Feldmann, der als Kind mit seinen Eltern von Nieder-Eschbach nach Bad Homburg zum Einkaufen fuhr. Damals habe es das Nordwestzentrum allerdings noch nicht gegeben.

          Die U-Bahn-Verlängerung steht ohnehin in der Tradition der alten Stadtbahnlinie 25. Die fuhr seit 1910 vom Schauspielhaus in Frankfurt bis zum Untertor in Bad Homburg, also durch die heutige Fußgängerzone. 1971 wurde die Schienenverbindung stillgelegt. Grund war der Bau der U2, die mit breiteren Wagen unterwegs ist. Wie Oesterling berichtete, war seinerzeit davon die Rede, dass die Verlängerung von Gonzenheim zum Bad Homburger Bahnhof in vier bis fünf Jahren folgen sollte. „Jetzt sind leider 50 Jahre daraus geworden.“

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