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Nachhaltige Pelzproduktion : Dem Waschbären geht es an den Kragen

Nicht zu übersehen: Parka-Modelle mit dem Label „We Prefur“, für die Kürschner Rolf Schulte Bisam und Waschbär aus finnischer Jagd verarbeitet hat. Bild: Wonge Bergmann

Ein neues Label verspricht Felle aus echten Tierhaaren aus europäischer Jagd. Auch hessische Jäger unterstützen das Vorhaben. Im Handel muss die Marke jedoch noch ankommen.

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          Wenn Rolf Schulte am nächsten Wochenende zur Modemesse nach Düsseldorf aufbricht, hat er zum ersten Mal zwölf Parka-Modelle dabei, die mit dem Label „We Prefur“ gekennzeichnet sind. Der Frankfurter Kürschner und Großhändler ist der erste Händler mit Label-Lizenz und will nun bei den anstehenden Order-Messen die Trommel rühren. „WePrefur“ (je nach Lesart „Wir bevorzugen“ oder „Wir für Fell“) kennzeichnet Textilien, deren Pelzanteil nachweisbar von Tieren aus europäischer Jagd stammt. Initiiert und als Marke eingetragen wurde es vor zwei Jahren vom Zentralverband des Kürschnerhandwerks als „sinnvolle und nachhaltige“ Ergänzung zu anderen Quellen.

          Petra Kirchhoff

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Von Anfang an suchte die Branche den engen Kontakt zum Deutschen Jagdverband, der etwa zur selben Zeit das Thema Vermarktung für sich entdeckte. Dabei spielt eine Anordnung der EU der Initiative in die Hände. Jäger sind demnach angehalten, Waschbären und Nutria (Biberratte) etwa zu bejagen und so Bestände klein zu halten. Beide stehen auf der Liste der sogenannten invasiven Arten.

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