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Frankfurter Flughafen : Zumutbare Zumutung

Flüge gestrichen: Seit Mitternacht am Sonntag dürfen keine Passagierflüge aus Großbritannien mehr in Deutschland landen. Bild: dpa

Am Frankfurter Flughafen saßen in der Nacht zum Montag Reisende aus Großbritannien fest, während sie auf ihr Covid-Testergebnis warteten. So ärgerlich das sein mag, in diesen Zeiten ist es eine tragbare Zumutung.

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          Keine Frage, es ist eine Zumutung, nach einem Flug im Transit des Frankfurter oder auch eines anderen Flughafens etliche Stunden warten zu müssen, wie es in der Nacht zum Montag Passagieren aus Großbritannien passiert ist. Im Vereinigten Königreich war eine besonders ansteckende Corona-Mutation nachgewiesen worden, und Berlin hatte mit einem Landeverbot für Flüge von dort reagiert. Betroffen waren Reisende ohne deutschen Pass, die mit einem der letzten Flüge vor der Deadline in Frankfurt landeten. Sie mussten einen gültigen Corona-Test mit negativem Ergebnis vorweisen oder einen neuen Test mit entsprechendem Resultat im Transitbereich des Flughafens machen, bevor sie einreisen durften. Mancher Passagier wartete mehr als zehn Stunden auf den Abstrich und das Ergebnis, was zweifellos eine erhebliche Geduldsprobe ist.

          Von Dauer sollte der Ärger aber dennoch nicht sein, denn es dürfte jedem klar sein, dass sich die Welt gerade in einem Ausnahmezustand befindet, der sich nun noch einmal verschärft hat. Rücksichtnahme und Verständnis ist das Einzige, was in dieser Situation hilft. Und es ist richtig und wichtig, dass seit Sonntag um Mitternacht keine Passagierflugzeuge aus Großbritannien mehr in Deutschland landen dürfen. Gleiches gilt für die Einschränkungen für Flüge aus Südafrika, wo ebenso eine Mutation des Coronavirus aufgetaucht ist.

          Dass die Stunden des Übergangs bis zur Einstellung der Verbindungen aus Großbritannien nicht reibungslos verlaufen würden, müsste jedem klar gewesen sein. Natürlich hätte man die Wartezeiten für die betroffenen Fluggäste womöglich reduzieren können, wenn das Testzentrum im Frankfurter Transitbereich in einen 24-Stunden-Betrieb gegangen wäre.

          Das sagt oder schreibt sich leicht, es in der Praxis innerhalb weniger Stunden zu organisieren, dürfte jedoch schlicht nicht möglich sein. Zudem hatten die Mitarbeiter des Testzentrums laut Bundespolizei ohnehin schon an diesem 4. Advent mehrere Stunden drangehängt und bis 23.30 Uhr Dienst getan. Für den einzelnen Reisenden waren die Umstände dieser Nacht sicher ganz schön ärgerlich, sie sind in normalen Zeiten nicht zu akzeptieren. In diesen Wochen aber ist das eine hinnehmbare Zumutung.

          Jochen Remmert
          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.

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