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Panne bei Geothermie-Bohrung : Gewaltiger Wasseraustritt am Finanzministerium

  • Aktualisiert am

Eine Wasserfontäne schießt in Wiesbadens Innenstadt aus dem Untergrund in die Höhe Bild: dpa

Der gewaltige Wasseraustritt am hessischen Finanzministerium in Wiesbaden ist noch nicht vollständig eingedämmt worden. Bei einer Erdwärmebohrung wurde am Vortag versehentlich in 130 Meter Tiefe eine unter Druck stehende Wasserblase getroffen.

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          Nach einer fehlgeschlagenen Erdwärme-Bohrung am hessischen Finanzministerium in Wiesbaden sind gewaltige Massen an Wasser und Schlamm ausgetreten. Finanzminister Karlheinz Weimar (CDU) sprach von einer „extremen Situation“, wie sie auch von anwesenden Geologen noch nicht beobachtet worden sei. Auch am Morgen sprudelte noch ein Geysir auf dem Parkplatz neben dem Ministerium, auf dem ein erdwärme-geheizter Anbau errichtet werden soll. Es entstand zunächst kein Sachschaden.

          Am Donnerstagnachmittag hatten Bauarbeiter unerwartet in etwa 130 Metern Tiefe eine unter Druck stehende Wasserblase angebohrt. Durch den Bohrunfall wurde ein stundenlanger Großeinsatz der Feuerwehr nötig. Zeitweilig schossen Wasserfontänen aus dem Boden viele Meter in die Höhe, Fachleute berechneten den Wasseraustritt auf 6000 Liter pro Minute. Der Schlamm ergoss sich über den Parkplatz und auf die Wiesbadener Friedrich-Ebert-Alle, eine der Hauptstraßen Richtung Innenstadt.

          „Wir warten jetzt auf einen Betonlaster aus Darmstadt“

          „Obwohl das Loch in den frühen Morgenstunden mit Beton verfüllt werden konnte, konnte der Wasserausfluss noch nicht wirklich gestoppt werden“, sagte Weimars Büroleiter, Michael Hohmann. Das Wasser suche sich andere Wege und komme an anderen Stellen an die Oberfläche. Bis zum Morgen wurden nach Angaben der Einsatzkräfte 56 Kubikmeter Beton in das Hauptbohrloch gefüllt. Um ökologische Schäden durch den Beton zu vermeiden, werde für das austretende Wasser ein Auffangbecken errichtet, kündigte Weimar an.

          Trotz der Verfüllung mit Beton sprudelt noch immer Wasser aus dem Wiesbadener Untergrund
          Trotz der Verfüllung mit Beton sprudelt noch immer Wasser aus dem Wiesbadener Untergrund : Bild: dpa

          Zum Schließen des Hauptbohrloches fehlte es nachts lange Zeit auch an Beton. Der Einsatzleiter der Feuerwehr, Wolfgang Simon, sagte auf Anfrage: „Im ganzen Rhein-Main-Gebiet haben wir zunächst keinen Beton bekommen. Das ist eine ungünstige Zeit. Wir warten jetzt auf einen Betonlaster aus Darmstadt.“

          „Das Gebäude soll Modellcharakter haben“

          Die sogenannten Geothermie-Tiefenbohrungen waren etwa 30 Meter vom Ministerium entfernt vorgenommen worden. Das Ministerium will 2010 auf dem Parkplatz einen Anbau mit Büros und einer Kinderkrippe errichten. „Das Gebäude soll Modellcharakter haben. Es wird im Passivhaus-Standard errichtet“, sagte Hohmann. Die Bohrungen wurden unternommen, um zu prüfen, ob der Bau mit Erdwärme versorgt werden kann. Die Erkundungsfirma aus Fulda sei erfahren, sagte Weimar. Er gehe deshalb nicht von menschlichem Versagen aus.

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