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Unzureichende Dokumentation : Opposition kritisiert Mangel an Daten zu Unterrichtsausfall

  • Aktualisiert am

Hessen plant, die Krankheitstage von Lehrern künftig zentral zu erfassen. Bild: dpa

Erkrankte Lehrer, Klassenfahrten oder Schulausflüge: Unterricht kann aus verschiedenen Gründen entfallen. Hessens Kultusministerium stellt eine Statistik daher in Frage – doch die Opposition im Landtag macht Druck.

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          Der Unterrichtsausfall an Hessens Schulen wird nach Ansicht der Landtagsopposition nur mangelhaft vom Kultusministerium dokumentiert. „Legen Sie endlich Zahlen vor“, forderte der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Christoph Degen, bei einer Landtagsdebatte am Mittwoch in Wiesbaden von Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Was in nahezu jedem anderen Bundesland funktioniere, müsse auch in Hessen möglich sein, sagte Degen. Jeden Tag falle Unterricht aus, aber die Landesregierung verschließe vor dem Problem die Augen.

          Hessen plant, die Krankheitstage von Lehrern künftig zentral zu erfassen, wie ein Sprecher des Kultusministeriums erläuterte. Außerdem werde geprüft, wie Unterrichtsausfall, der etwa durch Klassenfahrten, Wandertage oder Projekttage entstehe, sinnvoll und ohne hohen bürokratischen Aufwand erfasst werden könne.

          Dass ein Kultusminister erst ein Konzept zur Erfassung des Unterrichtsausfalls erarbeiten müsse, sei absurd, sagte Degen. Jeder Schüler könne erklären, was es bedeute, wenn pro Woche zwei, drei oder vier Unterrichtsstunden ausfielen und den Grund dazu benennen. Wachsender Lehrermangel werde das Problem noch verschärfen. Der FDP-Abgeordnete Moritz Promny erklärte, seine Fraktion erwarte von Lorz, „dass er Zahlen vorlegt, die aktuelle Bedarfsplanung für Hessen anpasst und uns über den Fachkräftebedarf in den nächsten Jahren informiert“.

          Die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Elisabeth Kula, kritisierte, dass per Definition des Kultusministeriums erst dann Unterricht ausfalle, wenn die Schüler nach Hause geschickt würden. Kula forderte, auch fachfremden Unterricht als Ausfall zu werten. Der schulpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Heiko Scholz, sieht Probleme für die Lehrer vor allem bei den Arbeitsbedingungen. „Der bauliche Zustand vieler unserer Schulen ist so katastrophal, dass diese als nicht lernfördernd eingestuft werden.“

          Das digitale Klassenzimmer soll ausgebaut werden

          Mit dem Programm „Digitale Schule Hessen“ will das Land möglichst bald mehr moderne IT-Infrastruktur an die Schulen bringen. Das Gesetz der Regierungsfraktionen von CDU und Grünen zur Förderung der digitalen kommunalen Bildungsinfrastruktur passierte am Mittwoch den Landtag. Damit sei die entscheidende Hürde genommen, sagte Lorz. Nun gehe es darum, dass die knapp 500 Millionen Euro auch zügig an den Schulen ankämen.

          Das Programm baut auf dem Digitalpakt zwischen Bund und Ländern auf, der über einen Zeitraum von fünf Jahren 372 Millionen Euro ins Land fließen lässt. Hessen hatte die Summe mit eigenem Geld aufgestockt. „Noch in diesem Jahr sollen Anträge gestellt werden können: Hier sind die Schulträger am Zug“, sagte Lorz.

          Das Geld ist unter anderem für schulisches WLAN und die Ausstattung von Unterrichtsräumen mit Präsentationstechnik vorgesehen. Der Ausbau eines landesweiten Internetportals für Schulen soll davon ebenso profitieren wie die Anbindung der Schulen an schnelles Internet. Außerdem ist eine gezielte Fort- und Weiterbildung der Lehrer geplant.

          Der SPD-Bildungsexperte Degen forderte zudem die Landesregierung auf, die Ausbildung von Lehramtsstudenten zu überarbeiten. „Es gibt einen dringenden Nachholbedarf“, sagte er und schlug vor, die Praxisphase der angehenden Lehrer in den Mastersemestern deutlich nach hinten zu verschieben. Bislang ist ein Orientierungspraktikum der Lehramtsstudenten schon vor ihrem pädagogischen Studienteil vorgesehen. Degen ist ausgebildeter Förderschullehrer.

          Kultusminister Lorz verteidigte den früheren Zeitpunkt des Praxisteils. So könnten die Lehramtsstudenten frühzeitig feststellen, ob sie langfristig in diesem Beruf arbeiten wollten. Nach Angaben des Kultusministeriums plant die Regierungskoalition noch in dieser Legislaturperiode eine Überarbeitung der Lehrerbildung.

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