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Opel-Zoo : Neues Haus für Hessens einzige Elefanten

Im Taunusschnee: Zwei Afrikanische Elefanten im Opel-Zoo Bild: F.A.Z. - Foto Wolfgang Eilmes

Auch im tiefsten Winter unternehmen Aruba, Wankie und Zimba täglich Spaziergänge an der frischen Luft. Hessens einzige Elefanten zeigen sich im Kronberger Opel-Zoo von dichtem Schneetreiben unbeeindruckt. Wenn alles klappt, soll das Leben der drei afrikanischen Elefantenkühe bald deutlich schöner werden.

          Mit der größten Investition seiner Geschichte will der Opel-Zoo Raum für die größten in Hessen lebenden Tiere schaffen: Das Freigehege für Tierforschung hat die Pläne für das neue Elefantenhaus vorgestellt. Die Baukosten von insgesamt fast 13 Millionen Euro sollen mit Hilfe von Spenden und Sponsoren aufgebracht werden. Deshalb wirbt Ministerpräsident Roland Koch (CDU) als Schirmherr für das Vorhaben. Der Zoo sei rein privat finanziert und deshalb auf die Unterstützung angewiesen, sagte Koch, der wie so viele Menschen im Rhein-Main-Gebiet früheste Kindheitserinnerungen mit den Gehegen verbindet.

          Bernhard Biener

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Nachdem der Frankfurter Zoo 1991 deren Haltung aufgegeben hat, leben im Opel-Zoo die einzigen Elefanten Hessens. Die Kühe Aruba, Wankie und Zimba müssen seit dem Tod des Bullen Ali vor fünf Jahren unter sich bleiben: Neue Tiere dürfen wegen des veralteten Elefantenhauses nicht mehr angeschafft werden. Das Haus sei zu klein und habe nur einen Ausgang, erläuterte Direktor Thomas Kauffels. Deshalb müssten die Tiere angebunden werden. Bis zu 16 Stunden am Tag seien die Elefanten notgedrungen an die Kette gelegt. Das soll mit der neuen Anlage vorbei sein, die Kauffels vorstellte.

          Sicherheit wichtig

          Wie bisher wird es viel Auslauf im Freien geben: 5.500 Quadratmeter werden den Tieren zur Verfügung stehen, von denen sich 1.000 Quadratmeter für den Bullen abteilen lassen. Aber auch im Stall kann die Herde künftig zusammenbleiben, weil ihr 500 Quadratmeter Lauffläche zur Verfügung stehen. Hinzu kommen vier separate Ställe für Pflegetraining oder Geburtsvorbereitung. Die Besucher sollen die Tiere auf zwei Ebenen betrachten können. Außer seinen eigenen 32 Jahren Erfahrung - Kauffels hat schon im Wuppertaler Zoo ein neues Elefantenhaus geplant - sind nach Worten des Direktors auch neue Forschungserkenntnisse in die Konstruktion eingeflossen. So werden die Elefanten im Stall auf Sand statt auf Beton laufen. Kauffels berichtete von einem Erlebnis in England, wo sich Elefanten auf dem neuen Sandboden zum ersten Mal nach 20 Jahren zum Schlafen hingelegt hätten. Auch bei der Geburt von Jungtieren habe sich gezeigt, dass diese auf Sand viel schneller auf den Beinen seien als auf dem rutschigen Stroh.

          Das Modell für ein neues Elefantenhaus im Opel-Zoo

          Ein wichtiger Aspekt ist für Kauffels die Sicherheit. „Elefanten sind, was tödliche Arbeitsunfälle angeht, die gefährlichsten Tiere im Zoo. Deshalb werde die Pflege über den „geschützten Kontakt“ erfolgen. Dabei trennen Stahlwände Mitarbeiter und Tier. Der Elefant wird durch Belohnungen dazu gebracht, zum Beispiel einen Fuß durch eine Öffnung zu stecken, wenn er dort behandelt werden muss. Vorsorge wird auch getroffen für die sogenannte Must. Während dieser Zeit sind Elefantenbullen durch Hormonausschüttungen extrem aggressiv. Kauffels zeigte Bilder, wie die Tiere deshalb früher im Zirkus oder in Tierschauen über Wochen hinweg zum Teil in engsten Stahlkäfigen fixiert wurden. In der neuen Elefantenanlage wird es für diese Zeit sowohl im Freien als auch im Haus abgetrennte Laufflächen für den Bullen geben.

          Bulle aus Wuppertal

          Das neue Reich der Dickhäuter liegt unterhalb des Philosophenwegs. Ihr jetziges Gehege wird außerdem in Richtung des heutigen Spielplatzes verschoben. In der Bausumme sind auch 1,5 Millionen Euro für eine Gastronomie mit Terrasse enthalten, die das in die Jahre gekommene Restaurant Sambesi ersetzen soll. Kauffels nannte das künftige Elefantenhaus „funktional, aber nicht überdimensioniert“, etwa im Vergleich mit dem neuen Kölner Elefantenhaus, das 30 Millionen Euro gekostet habe. Die Investition für die Opel-Zoo-Variante sei etwa so hoch wie der jährliche Betriebskostenzuschuss, den der Frankfurter Zoo von der Stadt bekomme. Über Anzeigen oder Internetspenden müsse man jetzt Geld sammeln. Vom Spendenaufkommen hänge auch der Baubeginn ab, den sich der Direktor für 2010 erhofft.

          Elefanten werden in Kronberg schon seit 1955 gehalten. Drei Jahre später wurde das noch immer genutzte Elefantenhaus gebaut. Am 25. Dezember 1963 sorgte die Elefantenkuh Vauka für Aufsehen, als sie ausbrach und bis nach Mammolshain lief. 1965 wurde mit Afrika das weltweit erst zweite Jungtier afrikanischer Elefanten geboren, das in einem Zoo gezeugt wurde. Die Bewohner der neuen Elefantenanlage, ein Bulle aus Wuppertal und zwei Kühe aus Berlin, hat sich Kauffels schon reservieren lassen. Die Tiere sind 2006 geboren worden und 2011 in einem Alter, in dem Elefanten ihre Muttergruppen verlassen können.

          Elefanten sind Vielfraße: 150 Kilogramm Nahrung täglich

          Ein afrikanischer Elefant wiegt bereits bei seiner Geburt mindestens 90 Kilogramm. Bei einem ausgewachsenen Tier ist alleine der Rüssel 200 Kilogramm schwer. Ein Bulle kann bis zu vier Meter groß werden und sieben Tonnen wiegen. Die Kühe sind deutlich kleiner und leichter. Elefanten verbringen den Großteil des Tages mit Fressen. 100 bis 150 Kilogramm Nahrung nehmen sie täglich zu sich, sie fressen unter anderem Gras, Laub, Äste, Obst, Gemüse und Heu.

          Die Kühe und jüngeren Bullen leben in einer Herde zusammen, es herrscht eine strenge Rangordnung. Angeführt wird die Herde von einer Leitkuh. Die erwachsenen Bullen werden vertrieben, sie schließen sich zu Junggesellenverbänden zusammen und treffen nur zur Paarung auf die Kühe.

          Elefantenkühe tragen ihre Jungen knapp zwei Jahre. Meist kommt nur ein Junges auf die Welt, das bereits kurz nach der Geburt stehen kann. Es wird etwa ein Jahr lang gesäugt. Elefanten können bis zu 50 Jahre alt werden. Neugeborene trinken mit dem Maul an den Zitzen ihrer Mutter, ansonsten nehmen Elefanten mit ihrem Rüssel die Nahrung auf und führen ihn zum Maul. Ein Rüssel besteht aus 40 000 Muskeln, er ist sehr empfindlich. Ihn nutzen die Elefanten auch zum Trinken, zum Tasten, zur Kommunikation und beim Baden als Schnorchel.

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