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Opel-Zoo in Kronberg : Besucherrekord und zwei tonnenschwere Verluste

Standesbewusst: Riesenkängurus sind größer und stärker als die ebenso im Opel-Zoo lebenden Euro-Kängurus. Bild: Marcus Kaufhold

Trotz zweier tierischer Todesfälle hat der Opel-Zoo das erfolgreichste Jahr seiner Geschichte hinter sich. Demnächst aber verlässt ihn ein Publikumsliebling.

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          2014 ist ein Rekordjahr in der fast 58 Jahre währenden Geschichte des Opel-Zoos gewesen. Rund 750.000 Besucher und damit so viele wie noch nie kamen in das Freigehege für Tierforschung, ein Plus von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Der Zoo stand noch nie so gut da und war noch nie so attraktiv wie jetzt“, sagte gestern Gregor von Opel, Vorstandsvorsitzender des Trägers, der von Opel Hessische Zoostiftung. Das Risiko, das man mit den großen Bauvorhaben der vergangenen Jahre auf sich genommen habe, lohne sich. Zwar ist ein solcher Rekord nicht ohne das passende Wetter zu erreichen. So lagen die besucherstärksten Tage im März, als es ungewöhnlich warm war und andere Ausflugsziele noch nicht geöffnet hatten. Aber auch die im August 2013 eröffnete Elefantenanlage oder die 2006 fertiggestellte Afrika-Savanne zogen viele Besucher an.

          Bernhard Biener

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Im vergangenen November musste der Zoo mit dem Tod der Elefantenkuh Wankie und von Tana, dem mit 54 Jahren ältesten Flusspferd Europas, den Verlust gleich zweier symbolträchtiger Tiere in kurzer Zeit verkraften. Viele erwachsene Besucher hätten Tana schon gekannt, als sie selbst Kind waren, sagte Zoodirektor Thomas Kauffels. „Das führt einem wieder die Verantwortung für derart langlebige Tiere vor Augen.“

          Nashörner könnten irgendwann einziehen

          Weil Flusspferde Herdentiere sind und der 1996 in Frankfurt geborene Max nicht allein bleiben soll, wird er im Frühjahr nach Hannover gebracht. „Bis zum Bau einer neuen Anlage wird es deshalb keine Flusspferde in Kronberg geben“, sagte Kauffels. Der Bau einer neuen Anlage ist durchaus ein Ziel. Zwei bis drei Jahre Planung seien dafür zu veranschlagen, aber zunächst sei es vor allem eine Geldfrage. „Die letzten Flusspferdanlagen in Europa haben um die 15 Millionen Euro gekostet“, sagte der Zoodirektor. Dabei müsse der Opel-Zoo noch die letzten Beträge für das Elefantenhaus begleichen.

          Eine andere Tierart könnte dafür schon nächstes Jahr einziehen. Zum 60. Zoogeburtstag im Jahr 2016 sollen Brillenpinguine den Kronberger Hang entlangwatscheln. Dass ihr Gehege zwischen Lodge und Giraffenhaus oberhalb der Afrika-Savanne geplant ist, bezeichnete Kauffels als durchaus passend. Nur zwei der 14 Pinguinarten lebten in der Antarktis. Die gut einen halben Meter großen Brillenpinguine seien wärmeliebend, tummelten sich an Südafrikas Küste und bauten Höhlen. Die Entscheidung über ihre Anschaffung falle aber erst in der zweiten Jahreshälfte. Noch in ferner Zukunft liegt die Idee, auch Nashörnern im Opel-Zoo ein Zuhause zu geben. „Daran verschwende ich derzeit keinen Gedanken“, sagte Kauffels, der die Dickhäuter gleichwohl als sein Lieblingstier bezeichnet.

          Bittsteller: Flusspferd Max hätte gerne einen Leckerbissen.
          Bittsteller: Flusspferd Max hätte gerne einen Leckerbissen. : Bild: Marcus Kaufhold

          Der Zoodirektor hob hervor, derartige Überlegungen seien keine spontanen Ideen. Deshalb sei der Platz für eine neue Flusspferdanlage oder das Pinguingehege schon im Bebauungsplan enthalten, dessen Änderung gerade in den Gremien der Städte Kronberg und Königstein beraten wird. Die Parkplatzfrage ist bei örtlichen Zookritikern in diesem Zusammenhang ein beliebtes Streitthema. Kauffels sagte, der Zoo verfüge über 1150 eigene Stellplätze. Selbst im Rekordjahr 2014 hätten sie lediglich an acht Tagen nicht ausgereicht. „An drei Tagen davon haben wir Besucher schweren Herzens wieder weggeschickt.“

          Nicht nur mit Großsäugern und Pinguinen befasst sich der Zoodirektor. Ihn freut auch der Nachwuchs bei den Roten Riesenkängurus, dem Schwarzkopfibis oder dem Waldrapp. Der schwarze Schreitvogel ist zwar nicht sehr ansehnlich, aber stark bedroht. Und dass der Tierbestand um gut 100 auf 1631 gestiegen ist, hat vor allem mit Korallen in den Aquarien zu tun.

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