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On-demand-Angebote : Voll elektrisch und autonom

  • -Aktualisiert am

Zurzeit nur im Probelauf: Der autonome Stadtbus, wie hier in Frankfurt 2018 Bild: Helmut Fricke

E-Mobilität hat Zukunft, jedoch womöglich ohne Fahrer und stattdessen autonom. Für den Anschluss der ländlichen Wohngebiete ist der selbstfahrende Bus ausschlaggebend.

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          „Emil“, „Knut“ und der „Hopper“ und andere On-demand-Angebote können für die Mobilität im 21. Jahrhundert nur ein Zwischenschritt sein. Denn eine Flotte aus Kleinbussen, die auf Zuruf im ländlichen Raum die Mobilität der Bürger verbessert, ist schon wegen der Personalkosten auf Dauer viel zu teuer. Die Zukunft im öffentlichen Personennahverkehr ist vermutlich elektrisch, aber sie ist ganz sicher autonom. Erst wenn viele Kleinbusse an sieben Tagen in der Woche und rund um die Uhr wie von Geisterhand gesteuert Passagiere sicher an ihr Wunschziel bringen, wird eine neue Ära anbrechen.

          Bis dahin wird noch viel Wasser den Main und Rhein hinunterfließen. Auch wenn noch einige Jahre vergehen werden, bis autonom fahrende Busse und Bahnen in der Rhein-Main-Region zum Alltag gehören, so bringt „Emil“ dennoch einen spürbaren Fortschritt. Denn nun sind die individuellen Mobilitätsbedürfnisse des Kunden entscheidend für sein Fortkommen und länger nicht starre Bus- und Bahnfahrpläne. Vor allem außerhalb der großen Städte ist das ein Segen.

          Kosten eher Anreiz als Hindernis

          Wenn sich das System im Alltag durch Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit bewährt, dann könnte es den zeitweisen Verzicht auf das eigene Auto befördern. Die stark subventionierten Kosten einer Fahrt sind jedenfalls eher Anreiz als Hindernis, eine Fahrt mit dem kleinen Batteriebus zumindest einmal auszuprobieren. Darin liegt die große Chance, eine Klientel für den öffentlichen Personennahverkehr zu gewinnen, die bisher nie auf die Idee gekommen wäre, den Stadtbus zu besteigen. Denn „Emil“ ist eher Großraumtaxi als Massentransportmittel.

          Die Beschränkung des Service auf die Stadtgrenzen ist ein Nachteil, den es baldmöglichst zu beseitigen gilt. Denn die Mobilitätsbedürfnisse kennen solche Grenzen nicht. Gerade für Jugendliche, die von einem Dorf in nächste wollen, stehen solche Beschränkungen im Widerspruch zur Lebenswirklichkeit. Die Politik ist auf solche Grenzen aber noch fixiert. Vor allem dann, wenn es ums Geld und Förderanträge geht. Rom wurde nicht an einem Tag erbaut, und „Emil“ wird den Verantwortlichen wichtige Erfahrungen bescheren, auf denen Erweiterungen aufbauen können. Dann sind weitere Verbesserungen möglich – bis „Emil“ in hoffentlich absehbarer Zukunft ganz auf einen Fahrer verzichten kann.

          Oliver Bock
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

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