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Offenbar doch kein Kalenderbauwerk : Rätselraten um keltische Pfosten auf dem Glauberg

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Wozu immer sie gedient haben mögen - zur Berechnung von Kalenderdaten jedenfalls nicht, wie Forscher nun meinen: keltische Pfosten auf dem Glauberg in der Wetterau Bild: Kristina Wolz

Der Glauberg in der Wetterau mit seiner rekonstruierten keltischen Begräbnisstätte ist wieder um ein Geheimnis reicher. Bei 16 Pfostengruben handelt es sich offenbar nicht, wie bislang vermutet wurde, um Reste eines keltischen Kalenderbauwerks.

          Der Glauberg in der Wetterau mit seiner rekonstruierten keltischen Begräbnisstätte ist wieder um ein Geheimnis reicher. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es sich bei den in den neunziger Jahren von Archäologen entdeckten 16 Pfostengruben offenbar nicht, wie bislang vermutet wurde, um ein keltisches Kalenderbauwerk handelt. Ines Balzer, Leiterin des Forschungszentrums „Keltenwelt am Glauberg“, sagte, mehrere Fachleuten seien jüngst zu dem Ergebnis gekommen, dass es „eher unwahrscheinlich“ sei, dass es sich bei den Gruben um die Reste eines keltischen Kalendariums handele.

          Bruno Deiss, der wissenschaftliche Direktor des Physikalischen Vereins in Frankfurt, hatte sich in den vergangenen Jahren eingehend mit den keltischen Relikten und ihrer möglichen Nutzung beschäftigt. Er deutete die Anordnung der Pfostengruben am Rand des Grabhügels 1 aufgrund ihrer geometrischen Struktur als astronomisches Bauwerk und als einen „präzisen und generationsübergreifenden Kalender“.

          In mehreren Phasen errichtet

          In einer Mitteilung des Wissenschaftsministeriums hatte es 2007 geheißen, mit Hilfe der 16 etwa acht Meter hohen Eichenpfähle und Visierpunkten hätten die Kelten vor etwa 2500 Jahren bestimmte Punkte am Horizont genau angepeilt. Dadurch seien sie in der Lage gewesen, die tägliche Verschiebung des Mondaufgangspunktes zu messen. Auf diese Weise sei es den Kelten möglich gewesen, „einzelne Tage kalendarisch zu fixieren und wichtige Termine des Jahres vorauszuberechnen“.

          Nach den jüngsten Forschungsergebnissen des ehemaligen hessischen Landesarchäologen Fritz-Rudolf Herrmann sind die 16 Pfähle am früheren keltischen Fürstengrab in mehreren Phasen errichtet worden. Sie wurden zudem auf verschiedene Weise genutzt. So mancher Holzpfosten könnte die Stütze für einen Speicher gewesen sein, während andere eine Brücke getragen und wieder andere eine Art Tempel gewesen sein könnten.

          Holzpfosten sollen verkürzt werden

          Eveline Grönke, die Sprecherin der Landesdenkmalpflege, sagte, die hölzerne Pfostengruppe, die den Blick auf den rekonstruierten Grabhügel dominiert, werde bis zur Eröffnung des Keltenmuseums am 5. Mai nicht verändert. Vermutlich in der zweiten Jahreshälfte würden dann die Holzpfosten etwas verkürzt. Zunächst, so Grönke, würden jedoch die jüngsten Forschungsergebnisse „mit der gebotenen wissenschaftlichen Sorgfalt ausgewertet“.

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