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Zu geringe Übertragungsraten : Unzufrieden mit dem Internetanschluss

Schnell, schnell: Das Glasfasernetz soll ausgebaut werden. Bild: dpa

Eigentlich sind die Betriebe der IHK Offenbach mit dem Standort zufrieden. Mit einer Ausnahme – den Datenraten auf ihrem Weg ins Netz.

          2 Min.

          In Stadt und Kreis Offenbach steigt die Zahl der Unternehmen, die mit ihrer aktuellen Internetverbindung wegen zu geringer Übertragungsraten unzufrieden sind. Dies geht aus der zweiten Standortumfrage der Industrie- und Handelskammer Offenbach bei ihren Mitgliedsfirmen hervor. Jedes fünfte Unternehmen sei mit dem Internetanschluss sehr unzufrieden, sagte gestern IHK-Präsident Alfred Clouth. Bei der ersten Standortumfrage 2014 habe sich nur jede zehnte Firma so geäußert.

          Eberhard Schwarz

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Kreis Offenbach.

          Die IHK bat rund 12000 Mitgliedsunternehmen im Herbst um Auskunft, wie sie ihren Standort bewerten. 940 Firmen antworteten; der Rücklauf lag damit etwa ein Viertel höher als vor zwei Jahren. Die IHK bewertet dies als Beleg dafür, dass die Mitglieder die Umfrage akzeptieren und für wichtig halten. Nach Angaben von Clouth werden die Rückmeldungen derzeit ausgewertet. Die endgültigen Ergebnisse wolle die Kammer im Januar und Februar nächsten Jahres erst mit den Bürgermeistern der Kommunen besprechen, bevor man damit an die Öffentlichkeit gehe. Die Antworten der Unternehmen trügen auch dazu bei, die strategischen Projekte der Kammer, Masterplan Offenbach und Wirtschaftsförderungskonzept für den Kreis Offenbach, zu evaluieren.

          Bei der Umfrage vor zwei Jahren bewerteten 57 Prozent der Unternehmen ihren Standort als gut oder sehr gut. Neun Prozent vergaben die Note mangelhaft oder ungenügend. Die Gesamtzufriedenheit der Unternehmen mit den Standortbedingungen in der Region Offenbach blieb nach den Worten von Clouth bei der jüngsten Umfrage ungefähr gleich. Eine Ausnahme bildete das Thema Internetanschluss. Fast die Hälfte der Unternehmen habe angegeben, eine Bandbreite von 100Mbit/s (Megabit pro Sekunde) und mehr zu benötigen, sagte Clouth. Nur knapp zwölf Prozent kämen mit weniger als 50Mbit/s aus.

          Kammer hält es für nötig, Glasfaserkabel bis ins Gebäude zu legen

          Vor vier Jahren gab der Kreis Offenbach gemeinsam mit den 13 Kreiskommunen eine Machbarkeitsstudie zum Breitbandausbau in Auftrag. Nach einer europaweiten Ausschreibung, die im vergangenen Jahr begann, wird die Telekom von 2017 an den Ausbau im gesamten Kreisgebiet übernehmen. Eine Absichtserklärung hierfür wollen Vertreter des Kreises und der Telekom heute in Dietzenbach unterzeichnen. Nach Angaben der IHK werden damit in zwei Jahren voraussichtlich Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s möglich sein. Viele Unternehmen benötigten aber schon heute Anschlüsse mit 150 Mbit/s und mehr. Durch die zunehmende Digitalisierung werde auch dies bald nicht mehr ausreichen.

          Die Kammer hält es für nötig, Glasfaserkabel bis in die Gebäude zu legen. Clouth bezeichnete es als unabdingbar, das Glasfasernetz vor allem in neu ausgewiesenen Gewerbegebieten schnell auszubauen. Darum müssten sich vor allem die Unternehmen und die Hauseigentümer kümmern. Die Kommunen und der Kreis könnten jedoch helfen, durch Koordination Synergieeffekte zu ermöglichen. Neben dem Internetanschluss würden auch in der jüngsten Umfrage wieder die Anbindung an das Fernstraßennetz sowie die Wohn- und Umfeldqualität als wichtigste Standortfaktoren genannt, sagte Clouth.

          Die Firmen hätten großes Interesse, dass die Regionaltangente West verwirklicht werde. Mehrere tausend Arbeitsplätze seien durch die 44 Kilometer lange Schienenverbindung von Neu-Isenburg über den Flughafen bis nach Bad Homburg schneller erreichbar. Die Wirtschaftsstandorte an der Strecke würden dadurch für Unternehmen attraktiver. Den achtspurigen Ausbau der Autobahn3 zwischen dem Offenbacher Kreuz und Hanau, den der Bundestag kürzlich in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufnahm, bezeichnete der Hauptgeschäftsführer der IHK Offenbach, Markus Weinbrenner, als „echten Meilenstein“. Hessen Mobil müsse unverzüglich mit der Planung beginnen.

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