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Offenbacher Energieversorger : Denn sie wissen, was sie tun

Mit der Zeit gegangen: Das Müllheizkraftwerkes der EVO ist modernisiert und kann umweltgerecht Klärschlamm verbrennen. Bild: EVO

Der Offenbacher Energieversorger EVO hat wohl alles richtig gemacht und seinen Gewinn steigern können. Auf Dauer gelingt das nur, wenn das Unternehmen auf der Höhe der Zeit bleibt. Und genau das gelingt EVO ziemlich gut.

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          Eigene Sparbemühungen und Entschuldungsprogramme des Landes ändern nichts daran, dass Offenbach weiterhin eine arme Stadt ist. Die Einnahmen aus Gewerbesteuer und anderen Abgaben sind vergleichsweise knapp. Umso erfreulicher ist es für alle Offenbacherinnen und Offenbacher, wenn der heimische Energieversorger EVO derart glänzende Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr vorlegen kann, wie das am Donnerstag der EVO-Vorstand tat.

          Eine Steigerung des Jahresüberschusses um mehr als 50 Prozent auf 20,9 Millionen Euro kann sich sehen lassen. Rund 8,6 Millionen Euro gehen als Ausschüttung an die Stadtwerke Offenbach Holding, derselbe Betrag an den anderen großen Anteilseigner MVV Energie AG aus Mannheim und immerhin 600.000 Euro werden an die Anteilseigener in der Belegschaft ausgeschüttet. Ganz abgesehen davon, dass der Energieversorger rund 798 hoch- und auch weniger hochqualifizierten Männern und Frauen einen sicheren Arbeitsplatz bietet. Von solchen Arbeitgebern könnte Offenbach noch sehr viel mehr gut gebrauchen.

          Auf der Höhe der Zeit bleiben

          Geld verdient ein Unternehmen aber auf Dauer nur, wenn es dem Management gelingt, das Haus auf der Höhe der Zeit zu halten. Und das gelingt dem Team um Vorstandschef Christoph Meier und Technikvorstand Günther Weiß offensichtlich ziemlich gut. Das beginnt bereits damit, dass die EVO frühzeitig ihre IT modernisiert hat, was es dem Energieversorger unter anderem ermöglicht hat, schnell und ziemlich problemlos auf alle Herausforderungen der Corona-Pandemie zu reagieren. Trotz Homeoffice, strikter Trennung der Kraftwerksschichten vor Ort und allen anderen Sicherheitsmaßnahmen konnten 2020 etliche große und für den weiteren wirtschaftlichen Erfolg entscheidende Projekte planmäßig und zum Teil sogar vor dem Zeitplan abgewickelt werden.

          Sei es der Windpark Rosskopf bei Jossgrund, der im Sommer ans Netz ging, oder die Modernisierung des Müllheizkraftwerkes der EVO inklusive einer Erweiterung um eine moderne und der Umwelt zuträgliche Klärschlammverbrennung. Schließlich hat die EVO auch rasch auf die sich in Höchstgeschwindigkeit vollziehende Digitalisierung und den damit einhergehenden Bedarf an Rechenzentrumskapazität reagiert und am Standort der Offenbacher Zentrale noch 2020 ein neues Rechenzentrum eröffnet. Für ein zweites Zentrum auf dem Areal ist auch schon der Platz gefunden. Offenbach darf sich freuen, denn die EVO-Leute wissen offenkundig, was sie tun.

          Jochen Remmert

          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.

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