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Offenbacher Corona-Hilfen : Millionen für Handel, Gastronomie und Kultur

Hilfe für das Stadtleben rund um den Wilhelmsplatz: Offenbach will Handel und Gastronomie unterstützen. Bild: Rüchel, Dieter

Offenbach will mit einem eigenem Konjunkturprogramm wirtschaftliche Folgen der Corona-Pandemie lindern. Zudem plant die Stadt Aktionen, die dem Einzelhandel helfen sollen.

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          Als „beispiellos“ hat der Oberbürgermeister der Stadt Offenbach, Felix Schwenke (SPD), das Hilfspaket mit einem Volumen von knapp 3,6 Millionen Euro bezeichnet, mit dem die Stadt Einzelhandel, Gastronomie, Kulturveranstalter, Bildungsanbieter und Sportvereine unterstützt, um ihnen ein Überleben in der Corona-Krise zu ermöglichen. Dazu gehört auch die Kampagne „Sicher einkaufen in Offenbach“, die Offenbacher und die Menschen aus der Umgebung beispielsweise dazu animieren soll, auf dem Offenbacher Wochenmarkt und in den Geschäften in der Offenbacher Innenstadt einzukaufen.

          Jochen Remmert

          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Finanziert wird das Ganze laut Kämmerer Peter Freier (CDU) aus den zusätzlichen zehn bis elf Millionen Euro, die die Stadt vom Bund erhält, nachdem dieser nach Jahren des Disputs nun 75 Prozent der Kosten für die Unterkunft von Hartz-IV-Empfängern zahlt.

          Gutscheinaktion fürs Einkaufen

          Wie Schwenke am Dienstag bei der Vorstellung des Pakets sagte, sieht er darin ausdrücklich keinen Widerspruch zu den in der Stadt herrschenden Corona-Regeln, die etwa bei der Kontaktbeschränkung schon länger strenger sind als die des Landes Hessen. Offenbach, so führte Schwenke weiter aus, habe früh zwar strikte Regeln eingeführt, weil die Zahl der Neuinfektionen steil angestiegen sei, doch dann habe die Kommune immer wieder nachjustiert und die Maßnahmen nach Lage der Dinge angepasst.

          Zudem sei das Programm nicht nur auf ein paar Wochen angelegt, sondern erst einmal bis Ende März nächsten Jahres. Schwenke und die hauptamtlichen Dezernenten Freier, Sabine Groß (Die Grünen) und Paul-Gerhard Weiß (FDP) sind bei der Konzeption des Programms von der Annahme ausgegangen, dass die Corona-Pandemie das öffentliche Leben noch eine ganze Weile beeinflussen wird, sich dabei aber Zeiten mit höheren und solche mit geringeren Infektionszahlen abwechseln werden.

          Deshalb wird es nach ihrer Überzeugung auch immer wieder Phasen geben, in denen die Offenbacher und ihre Gäste unbeschadet in der Stadt und auf dem Markt einkaufen, Restaurants besuchen sowie Kulturveranstaltungen und Bildungsangebote wahrnehmen können. Das Konjunkturprogramm soll dazu dienen, sie dazu zu animieren.

          Das Einkaufen in der Innenstadt soll durch eine Gutscheinaktion attraktiver werden, auch der Besuch des Wochenmarktes, um dort Obst, Gemüse und andere Lebensmittel zu kaufen. Aber nur die Bons der Marktbeschicker, der Restaurants und des kleinen stationären Einzelhandels werden dabei gezählt, nicht die der großen Lebensmittelketten. Die profitierten ohnehin von Corona und dem Rückzug der Menschen in die eigenen vier Wände, sagt Schwenke. Auch die Ketten schätze er, aber sie brauchten keine Hilfe.

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          Ins Auge gefasst ist auch, am Stadthof vor dem Rathaus eine Eisbahn aufzubauen, um im Winter ein weiteres Vergnügen unter freiem Himmel, also mit tendenziell geringem Infektionsrisiko bieten zu können. Aber auch die Eisbahn ist erst einmal nur eine Option. Ob sie realisiert wird, macht die Stadt wiederum vom Infektionsgeschehen abhängig. Das gilt auch für eine mögliche Unterstützung eines Weihnachtsmarktes mit bis zu 120.000 Euro. Die Summe wird logischerweise nur dann fällig, wenn der Markt stattfindet.

          Und das ist nach dem Hygienekonzept, das die Marktbeschicker selbst entwickelt haben, nur dann möglich, wenn die 7-Tage-Inzidenz 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner nicht überschreitet. Nach aktuellem Stand – der Wert hat am Dienstag bei fast 206 gelegen – würde es diesen Markt nicht geben. Eine endgültige Entscheidung soll in 14 Tagen getroffen werden.

          Geld soll es dagegen in jedem Fall etwa für Veranstaltungen wie den „Kleinen Offenbacher Kultursalon“, für andere Kultur-Einrichtungen und auch für Vereine der verschiedenen ethnischen Gruppen in Offenbach geben. Auch Sportclubs und Beratungsstellen sollen aus dem Topf Geld bekommen.

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