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: Offenbacher CDU will mit Polizeivizepräsident Alfred Kayser zur Oberbürgermeisterwahl antreten

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Die CDU will den Vizepräsidenten des Polizeipräsidiums Südosthessen, Alfred Kayser, für die Oberbürgermeisterwahl am 11.September nominieren. Nach Angaben des CDU-Vorsitzenden Stefan Grüttner haben Parteivorstand ...

          Die CDU will den Vizepräsidenten des Polizeipräsidiums Südosthessen, Alfred Kayser, für die Oberbürgermeisterwahl am 11.September nominieren. Nach Angaben des CDU-Vorsitzenden Stefan Grüttner haben Parteivorstand und Stadtverordnetenfraktion am Donnerstag abend einstimmig beschlossen, Kayser dem Parteitag als Kandidaten vorzuschlagen. Die Delegierten wollen am 19.März zusammenkommen. Kayser würde gegen den SPD-Kandidaten, Bürgermeister Horst Schneider, antreten. Außerdem will auch die PDS einen Kandidaten aufstellen. Oberbürgermeister Gerhard Grandke (SPD) wechselt nach Ende seiner zweiten Amtszeit in die Wirtschaft.

          Grüttner rechnet damit, daß Kayser beim CDU-Parteitag eine "hohe Akzeptanz" findet. Mit Kayser stelle die CDU einen "bürgerlichen Kandidaten" zur Wahl, der Offenbach kenne. Auch habe Kayser außerhalb der Stadt wichtige Erfahrungen gesammelt, die er für Offenbach nutzen könne. Kayser habe eine "reelle Chance", Oberbürgermeister zu werden. Grüttner erwartet außerdem, daß die FDP Kayser unterstützt. Auch könne Kayser sein Programm den Grünen vorstellen. Grüttner bekannte mit Blick auf den Verzicht der ersten CDU-Bewerberin, Verwaltungsrichterin Karin Wolski, einer "politischen Fehleinschätzung" erlegen zu sein. Wolski hatte Mitte Januar ihre Bewerbung zurückgezogen, nachdem öffentlich über ein Ermittlungsverfahren diskutiert worden war, das bei der Frankfurter Staatsanwaltschaft gegen ihren Ehemann, Rechtsanwalt Michael Wolski, wegen Steuerstraftaten und Untreue anhängig ist.

          Kayser, der 1948 in Bad Nauheim geboren wurde und ledig ist, leitete drei Jahre lang als Direktor die Hessische Polizeischule, bevor er Ende vorigen Jahres in Offenbach das Amt des Polizeivizepräsidenten antrat. Zuvor hatte er verantwortlich an der "Polizeireform 2001" mitgewirkt, als Referent im Bundesinnenministerium und Bundeskriminalamt an der Bekämpfung des internationalen Rauschgifthandels und der organisierten Kriminalität gearbeitet.

          Nach Offenbach kam Kayser als Neunjähriger. Hier besuchte er die Bachschule, erwarb die mittlere Reife und schloß die kaufmännische Berufsschule ab. Anschließend lernte er Verlagskaufmann und begann 1968 mit der Ausbildung zum Polizisten. Seit 1990 ist Kayser CDU-Mitglied. Er gehört dem CDU-Vorstand in Wiesbaden an. Dort ist er vor allem im Vorort Igstadt tätig, wo er stellvertretender Ortsvorsteher ist. Außerdem ist Kayser als Sportler aktiv. Er ist Taekwondo-Kämpfer, hat deutsche und hessische Meistertitel errungen.

          Kayser sieht sich gleichwohl bei der CDU-Kandidatennominierung "nicht als zweite Wahl". Er sei sehr selbstbewußt und als Taekwondo-Sportler gewohnt, "bis zur letzten Sekunde konzentriert zu kämpfen". Über seinen Führungsstil sagt Kayser, er sei ein "Teamarbeiter", der "hart, aber fair" führe. Kayser, der noch in Wiesbaden wohnt, aber bald nach Offenbach ziehen will, würde, sollte er zum Oberbürgermeister gewählt werden, Gemeinsamkeiten jenseits der Parteigrenzen herstellen: "Unser gemeinsamer Hauptfeind sind die knappen Finanzen." Kayser traut sich zu, mit und gegen eine rot-grüne Mehrheit zu agieren.

          Vorrang hat für ihn die Aufgabe, den "Standort Offenbach" zu entwickeln: "Finanz- und Wirtschaftspolitik sowie die Sicherheit wären bei mir Chefsache." Er wolle die von Grandke entwickelte Sanierungspolitik fortsetzen, neue Unternehmen ansiedeln, die Einnahmen der Stadt erhöhen und deren Schulden senken. Fragen der Sicherheit müßten Teil der Stadtplanung werden, um möglichen Tätern den Boden zu entziehen. Für die Ansiedlung neuer Unternehmen seien Sicherheit und Sauberkeit Standortfaktoren. Der Freiwillige Polizeidienst sei ein wichtiger Baustein, um die Bürger in die Bekämpfung der Kriminalität einzubeziehen. Mit dem Polizeipräsidenten Heinrich Bernhardt wolle er ein "Sicherheitsbündnis" schließen. Die Verwaltung im Rathaus müsse von der Kameralistik auf die kaufmännische Buchführung umgestellt werden.

          Zum Thema "Flughafenausbau" sagte Kayser, er vertrete die Linie seiner Partei, wonach der Fluglärm in Offenbach reduziert werden müsse und die rechtlichen Mittel im Ausbaustreit ausgeschöpft werden sollten. Allerdings sei die Nähe zum Flughafen für Offenbach ein Plus bei der Ansiedlung von Firmen. Für die Integration von Zuwanderern müsse gelten, daß sie "nach unseren Werten und Grundüberzeugungen" erfolge. Ohne die Beherrschung der deutschen Sprache gebe es keine Integration. Er wolle prüfen, ob der Aufbau eines "Integrationsamts" sinnvoll sei. ajw.

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