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Stadt Offenbach : Klimaneutral bis 2050

Will klimaneutral werden: Offenbach Bild: Bernd Georg

Die Stadt Offenbach will bis 2050 klimaneutral werden. Ihr Klimakonzept soll die Stadt auch an nicht mehr vermeidbare Veränderungen anpassen.

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          Mit dem Klimakonzept 2035 will die Stadt Offenbach das ihr als Kommune Mögliche tun, um dabei zu helfen, das Ziel des Pariser Klima-Abkommens zu erreichen. Demnach soll die Erderwärmung auf 1,5 bis maximal zwei Grad Celsius begrenzt werden. „Natürlich können wir als Stadt Offenbach nur einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass Deutschland seine zugesagten Klimaziele erreicht. Aber nur, wenn die Kommunen ihrer Verpflichtung nachkommen, kann das überhaupt gelingen“, sagte Umweltdezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) am Dienstag.

          Jochen Remmert
          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Für Offenbach folgt aus der übergeordneten Zielsetzung, die lokalen Emissionen von derzeit rund sieben Tonnen CO2-Äquivalente je Person und Jahr alle fünf Jahre um eine Tonne zu verringern. Diese Äquivalente stehen für die Gesamtheit aller Treibhausgasemissionen. Gelingt das, liegen die Treibhausgas-Emissionen 2035 in Offenbach unter vier Tonnen pro Person. Im Jahr 2050 sei die Stadt dann klimaneutral, führte Weiß weiter aus. In diesem Fall würden maximal so viele Treibhausgase verursacht, wie etwa durch Aufforstung kompensiert würden.

          Die CO2-Emissionen sind in der Stadt den Angaben zufolge in den vergangenen zehn Jahren von zirka 11,6 auf 6,4 Tonnen im Jahr gesunken. Dieser Rückgang ist auch der Schließung der Clariant-Werke 2009 geschuldet. Mit der Ansiedelung neuer Gewerbedienstleister und Rechenzentren muss wieder mit einer Zunahme des CO2-Ausstoßes gerechnet werden.

          „Wir müssen uns dem Wandel anpassen“

          Insgesamt wird die Stadt Offenbach in den nächsten 15 Jahren rund 6,7 Millionen Euro in den Klimaschutz investieren. Kosten für die energetische Ertüchtigung von Häusern sind darin nicht eingerechnet. Es geht zunächst einmal darum, die Stadt auf die nicht mehr abwendbaren negativen Folgen des Klimawandels wie Hitze, Trockenheit und Starkregen gut vorzubereiten, wie Heike Hollerbach, Leiterin des Amtes für Umwelt, Energie und Klimaschutz, sagte. Diese Anpassung soll zugleich einen möglichst großen Klimaschutzeffekt haben. Um den Wandel abzufedern, wurden 62 Punkte beschlossen. Zentrale Bedeutung haben eine dauerhafte Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs, umfassende Sanierungen im Baubestand und am Klimaschutz orientierte Regelungen für Neubauten.

          Außerdem ist der Ausbau der erneuerbaren Energien in Offenbach vorgesehen, ein verstärktes Engagement in der Umweltbildung und ein Hitzeaktionsplan. „Das Klima wandelt sich schleichend, kein unabänderliches Schicksal, aber nicht das Klima passt sich an, sondern wir müssen uns dem Wandel anpassen“, erläuterte Hollerbach. Etwa müssten neu gepflanzte Stadtbäume inzwischen widerstandsfähiger gegen Hitze und Trockenheit sein, um weiter Schatten zu spenden und CO2 zu speichern. Auch müssten Gebäude so gebaut werden, dass sie nicht überhitzten und verbrauchsintensive Klimaanlagen benötigten.

          Ziel des Klimakonzepts 2035 ist es, nicht nur die Emission von CO2 zu verringern, sondern etwa auch von Methan. Das entsteht beim Abbau von Kohle, auf Mülldeponien und in der Landwirtschaft. Es gilt als zwanzigmal klimaschädlicher als CO2.

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