https://www.faz.net/-gzg-a1z2g

Neuinfizierte in Offenbach : Grillverbot, Sport mit Abstand und Corona-Tests für Urlauber

Blick auf den Offenbacher Wilhelmsplatz: Die Infektionszahlen in der Stadt steigen. Bild: Wolfgang Eilmes

In Offenbach ist die Zahl der positiv Getesteten stark gestiegen. Nun verschärft die Stadt die Auflagen. Unterdessen häufen sich auch in Wiesbaden und dem Rheingau-Taunus-Kreis die Ansteckungen.

          4 Min.

          Nachdem in Offenbach die Zahl der neu mit dem Coronavirus infizierten Personen sprunghaft gestiegen ist und die dritte Stufe des hessischen Konzepts zur Pandemie-Bekämpfung ausgelöst wurde, steht die Stadt mit ihren 140.000 Einwohnern vor weiteren Einschränkungen. Wie Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) am Montag auf Nachfrage sagte, wird man alles tun, was nötig ist, um eine weitere Ausbreitung der Virus-Infektionen in Offenbach einzudämmen. Zugleich warnte er vor Aktionismus: „Eine Krise gewinnt man nicht, indem man panisch viel Wind macht, sondern indem man entschlossen Sinnvolles tut“, sagte er.

          Jochen Remmert

          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Marie Lisa Kehler

          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Am Montagabend gab der Krisenstab bekannt, dass Corona-Tests für Urlaubsrückkehrer aus Risikoregionen von nun an verbindlich sein sollen. Gegen Maskenverweigerer soll nun entschiedener vorgegangen werden. Außerdem ist das Picknicken auf öffentlichen Flächen ab sofort verboten. Mannschaftssport ist nur kontaktlos und mit höchstens zehn Teilnehmern gestattet. Ein Mindestabstand von anderthalb Meter ist dabei ebenso vorgeschrieben. Schließlich gilt bei Veranstaltungen aller Art in Räumen der Stadt wieder die Vorschrift, dass pro fünf Quadratmeter lediglich eine Person einzulassen ist.

          Die Lage täglich neu bewerten

          Im Moment sei noch nicht daran gedacht, beispielsweise die Kindertagesstätten zu schließen oder die Gastronomie, hatte Schwenke schon zuvor gesagt. Er schränkte aber ein, dass man angesichts der sich ständig verändernden Lage seriös keine längerfristig gültige Aussage dazu treffen könne, was man zur Eindämmung der Pandemie tue und was nicht. Man müsse die Lage täglich neu bewerten. So sei ein gewisses Maß an nachgewiesenen Neuinfektionen aus epidemiologischer Sicht zwar ernst, aber noch nicht dramatisch, wenn die betreffenden Personen in Quarantäne und die Infektionskette wie auch die Kontaktpersonen identifiziert seien.

          Wenn aber alle diese Informationen fehlten, sei die Lage eine andere. So habe es in Offenbach zuletzt an zwei Tagen je 16 Neuinfektionen gegeben. An einem Tag hätten nur in einem Fall nicht alle entscheidenden Informationen vorgelegen. Am zweiten Tag seien allerdings in fünf Fällen Infektionswege und Kontaktpersonen nicht geklärt gewesen, und man müsse davon ausgehen, dass sich die betreffenden Personen in der Stadt bewegten und mit anderen ahnungslosen Menschen in Kontakt gekommen seien.

          Seit Sonntag keine Neuinfektion gemeldet

          Es sei also wichtig, die Situation Tag für Tag anzuschauen und dann zu entscheiden, welche weiteren Einschränkungen angeordnet würden. Daher tritt der Krisenstab auch bereits am Dienstagnachmittag wieder zusammen. Von Sonntag auf Montag sind indes laut Angaben der Stadt keine Neuinfektion gemeldet worden.

          Klar ist, dass der sprunghafte Anstieg der Neuinfektionen in Offenbach vor allem durch Urlaubsrückkehrer aus Ländern ausgelöst wurde, die ganz oder teilweise als Risikogebiete eingestuft sind. Dazu gehören Kosovo, Albanien, Serbien, einige Regionen Spaniens und die Türkei. Abgesehen davon gab es, wie berichtet, unter den aus Offenbach stammenden Teilnehmern einer Busreise in die Niederlande fünf positiv Getestete. Dazu kamen noch einmal fünf Familienangehörige dieser Reiseteilnehmer, die ebenfalls positiv getestet wurden. Angesichts der neuerlichen Zuspitzung des Infektionsgeschehens hat die Stadt die Information der Bevölkerung noch einmal intensiviert.

          Weitere Themen

          Von Goethe bis Ebbel Video-Seite öffnen

          Quiz zu 75 Jahre Hessen : Von Goethe bis Ebbel

          Die Hessen haben ein Lieblingsgetränk, ihr Bundesland hat eine geographische Mitte und große Namen spielen eine Rolle und das Land hat Nachbarn. Ein Quiz zum 75. Jahrestag der Gründung des Bundeslands in Deutschlands Mitte.

          Topmeldungen

          Brand in einem Flüchtlingslager auf Samos (Archivbild)

          Griechenland : Feuer im Flüchtlingslager auf Samos

          In einem griechischen Flüchtlingszentrum ist abermals ein Feuer ausgebrochen. Mehrere Container brannten nieder. Dutzende Minderjährige wurden aus dem Lager gebracht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.