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Mehr als 20 Neuinfizierte : Offenbach löst Corona-Stufe 2 aus

  • -Aktualisiert am

Mehr als 20: Offenbach kommt in Stufe 2. Bild: dpa

Die Pandemie meldet sich auch in Hessen zurück: Offenbach meldet als erste hessische Stadt seit mehreren Wochen eine Inzidenz von mehr als 20. In anderen Städten und Kreisen sieht es noch ruhiger aus.

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          Die Stadt Offenbach hat am Freitag die Stufe 2 des Corona-Eskalationskonzepts ausgelöst, nachdem die Zahl der binnen einer Woche mit dem Virus neu Infizierten auf mehr als 20 je 100.000 Einwohner gestiegen ist. Wie die Stadt berichtet, wurden am Freitag sechs neue Corona-Fälle identifiziert. Damit sind 48 Personen in Offenbach als infiziert registriert, so viele wie zuletzt Anfang Mai. Der Spitzenwert für Offenbach wurde am 10.Mai mit 52 neu Infizierten erreicht.

          Jochen Remmert

          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Hessenweit blieben alle anderen Städte und Kreise deutlich unter der Marke von 20. Die Zahl der gemeldeten Neuinifzierten stieg am Donnerstag um 70 auf 11.965 und somit etwas schwächer als am Vortag (89 Neuinfizierte). Es gab einen Todesfall im Zusammenhang mit Corona, wie das hessische Sozialministerium in seinem täglichen Corona-Bulletin mitteilte.

          So gibt es keine neuen Corona-Fälle in der Seniorenresidenz Emilia in Darmstadt: Wie das Gesundheitsamt am Freitag mitteilte, ist der Ausbruch für beendet erklärt worden. Allerdings sei ein Heimbewohner gestorben. Er habe schon länger auf der Intensivstation gelegen. Vor knapp zwei Wochen waren in der Residenz fünf Mitarbeiter und fünf Bewohner positiv auf Covid-19 getestet worden. Daraufhin waren alle Kontaktpersonen unter Quarantäne gestellt und ein Besuchsverbot für das Heim erlassen worden.

          Von Donnerstag auf Freitag waren in der Stadt zwei neue Infektionen hinzugekommen. Am Tag zuvor waren vier Fälle gezählt worden, davor einer. Damit befinden sich die Neuinfektionen auf niedrigerem Niveau als zuvor. Binnen sieben bis zehn Tagen waren in der Stadt plötzlich knapp 30Neuinfektionen registriert worden, 15 davon waren in einer Großfamilie mit engem Kontakt aufgetreten, wie es aus dem Rathaus hieß. Damit gehörte Darmstadt bei den Neuinfektionen zu den Spitzenreitern in Hessen.

          Die Sieben-Tage-Inzidenz – Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner – lag am Donnerstag bei rund 16. Am Freitag bei neun.

          In Darmstadt war es zuvor zu wenigen, mitunter auch gar keinen Neuinfektionen gekommen. Ob unter den jüngsten Fällen auch Reiserückkehrer sind, gab die Stadt aus Datenschutzgründen zunächst nicht bekannt, auf Nachfrage am Freitag hieß es dann, unter den Neufällen seien auch Reiserückkehrer. Wie viele, sei nicht bekannt. Ob die Reisenden aus Risikogebieten kamen, wisse man nicht. Die neuen Fälle zögen sich durch alle Teile der Bevölkerung. Unter anderem sei auch die Erzieherin einer Kindertagesstätte darunter. Die Einrichtung, in der die Frau arbeitet, ist jedoch seit Ende Juli wegen der Sommerferien geschlossen.

          Verschärfungen denkbar

          Laut dem Offenbacher Gesundheitsamt werden drei Infizierte im Krankenhaus behandelt. 334 Einwohner stehen unter Quarantäne, mehr als je zuvor. Zum ersten Mal, seit das Eskalationskonzept des Landes am 8.Juli eingeführt wurde, hat Offenbach mit 21,6 den Wert von 20 Infizierten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten.

          Bereits Anfang des Monats hatte die Stadt einen auffälligen Wiederanstieg der Infektionszahlen zu verzeichnen, der den Angaben zufolge vor allem durch Rückkehrer aus dem Ausland verursacht wurde.

          Das Eskalationsstufen-Konzept sieht bei weniger als 20 Neuinfektionen keine verschärften Maßnahmen vor. Es gelten die bekannten Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum sowie Abstand und Maskenpflicht. Liegt die Zahl der Neuinfektionen bei 20 oder darüber, sind Verschärfungen vorgesehen. Die dritte Stufe wird mit 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner erreicht. Diese löst strengere Kontaktbeschränkungen aus. Einrichtungen und Betriebe, in denen Infektionen aufgetreten sind, können geschlossen werden. Von 50 Neuinfektionen an kommt es zu weiteren Verschärfungen bis hin zum Verbot von Zusammenkünften und der Einschränkung der individuellen Mobilität.

          Mit Blick auf die Genesenen ist stets Folgendes zu beachten: Wie das hierzulande für die Seuchenbekämpfung federführend zuständige RKI der F.A.Z. mitteilte, erhebt es Daten zur Zahl der Genesenen nicht offiziell. Die Erhebung sei auch nicht gesetzlich vorgesehen. „Allerdings kann man zumindest bei den Fällen, bei denen die meisten Angaben ermittelt wurden, die keine schweren Symptome hatten und die nicht in ein Krankenhaus eingewiesen wurden, davon ausgehen, dass sie spätestens nach 14 Tagen wieder genesen sind“, heißt es in Berlin. Das RKI schätze die Zahl der Genesenen.

          Das hessische Sozialministerium veröffentlicht in seinem Corona-Bulletin täglich eine Übersicht der Corona-Entwicklung, aufgeschlüsselt nach Kreisen und kreisfreien Städten. Es bezieht sich dabei auf Zahlen des RKI. Bis vor einigen Tagen berücksichtigte es auch Daten des Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamts im Gesundheitswesen beim Regierungspräsidium Gießen, dem die Gesundheitsämter die jeweils neuen Fälle melden müssen. Um Einheitlichkeit herzustellen, nimmt das Ministerium nun nur noch die RKI-Angaben.

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