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Offenbach : „Für Auseinandersetzung gerüstet“

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Auf dem Offenbacher Hafengelände sollen Wohnhäuser gebaut werden Bild: Wonge Bergmann

Trotz Frankfurter Bedenken hält die Stadt Offenbach an der Wohnbebauung des alten Hafengeländes fest. Für einen eventuellen Rechtsstreit fühlt sie sich gut gerüstet.

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          Gegen den Widerspruch der Stadt Frankfurt hält Offenbach an seiner Absicht fest, auf der Mole im ehemaligen Hafen Wohnhäuser zu bauen. Das geht aus dem Bebauungsplan hervor, dessen Auslegung der Magistrat bei seiner jüngsten Sitzung gebilligt hat. Joachim Böger, Geschäftsführer der stadteigenen Mainviertel GmbH, die das Hafenprojekt betreibt, sagte auf Anfrage, in dem Bebauungsplan seien die Interessen der im Frankfurter Osthafen ansässigen Betriebe ebenso berücksichtigt wie diejenigen der künftigen Bewohner im ehemaligen Offenbacher Hafen. Der vorgesehene Lärmschutz sei ausreichend.

          Wie aus dem Bebauungsplan hervorgeht, vertritt die Stadt Offenbach die Auffassung, dass durch den geplanten Wohnungsbau im hiesigen Hafen die lärmerzeugenden Betriebe auf dem Frankfurter Ufer „nicht unzulässig in ihrem Betrieb eingeschränkt“ würden. Die Stadt Frankfurt hat bei ihrem Einspruch gegen die Wohnbaupläne gefordert, „dass eine Nutzung der Hafenbereiche auf Frankfurter Seite auch in Zukunft nicht immissionsrechtlich“ eingeschränkt werden solle.

          Zimmermann: Frankfurt wird klagen

          Laut Böger sollen die im Februar begonnenen Gespräche zwischen den Fachleuten der Mainviertel GmbH und jenen der Hafen Frankfurt Managementgesellschaft zum Thema „Lärmschutz“ fortgesetzt werden. Sowohl der Frankfurter Hafendezernent Franz Zimmermann (FDP) als auch die Gemeinschaft der Frankfurter Hafenanlieger haben in Gesprächen mit der F.A.Z. vor kurzem angekündigt, sie würden gegen die angestrebte Wohnbebauung klagen, falls Offenbach seine Planung nicht ändere. Böger sieht sich jedoch für eine „juristische Auseinandersetzung gut gerüstet“.

          Auch ist Böger zuversichtlich, der Siedlungsbeschränkung entgehen zu können, unter die große Teile des Hafenareals wegen des Flughafenausbaus fallen, sollte der neue Regionale Flächennutzungsplan Geltung erlangen. Zu dieser Planung hat die Regionalversammlung bereits einen Vorentwurf gebilligt. In diesem Fall würde die Fläche, auf der im Offenbacher Stadtgebiet einschließlich des Hafens keine Wohnhäuser erstellt werden dürften, von derzeit 1400 Hektar auf fast 3000 Hektar erweitert werden. „Wenn wir den Bebauungsplan bis zum Sommer verabschiedet haben, zählt das Hafengelände aber zum Bestand. Eine Umnutzung und somit auch der Wohnungsbau wären möglich“, sagte Böger.

          Die Stadt will auf dem etwa 42 Hektar großen ehemaligen Hafenareal das sogenannte „Mainviertel“ errichten, in dem Wohnen, Arbeiten und Freizeitangebote miteinander verbunden werden sollen. Insgesamt will Offenbach rund 12,4 Hektar bebauen. Zwar ist die Anzahl der Wohnungen noch nicht festgelegt, doch sollen eines Tages zwischen 500 und 1000 Menschen am Mainhafen leben. Der Bebauungsplan sieht ferner vor, dass Bürogebäude, Geschäfte und Gaststätten mit insgesamt bis zu 6000 Arbeitsplätzen errichtet werden. Etwa 5,2 Hektar der Fläche entfallen auf Wiesen, Beete, Wege und eine Allee, die auf dem heutigen Nordring entstehen wird.

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