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Gewalt im öffentlichen Dienst : Pöbeleien und Drohungen sind längst Alltag

Drei von vier Befragten berichteten von verbalen oder körperlichen Bedrohungen am Arbeitsplatz. (Symbolbild) Bild: dpa

Eine Studie weist Gewalt gegen Gerichtsvollzieher und in der Arbeitsagentur nach. Bei den Mitarbeitern hinterlässt das Spuren – gegen die Regelverletzer wird wenig unternommen.

          3 Min.

          Zum Arbeitsalltag der Gerichtsvollzieher gehören Beleidigungen genauso dazu wie der Kuckuck. Und in den Jobcentern und Arbeitsagenturen in Hessen sitzen kaum Männer und Frauen, die sich an ihrem Arbeitsplatz nicht schon Pöbeleien und Drohungen anhören mussten – mindestens. Bei den Mitarbeitern hinterlässt das Spuren, denjenigen, die sich die Regelverletzungen erlauben, geschieht meist nichts.

          Inga Janović

          Wirtschaftsredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Diesen Eindruck vermittelt zumindest eine Studie der Gießener Professorin für Kriminalistik, Britta Bannenberg, die sie im Auftrag des Deutschen Beamtenbundes Hessen erarbeitet und am Dienstag vorgestellt hat. Er deckt sich mit den Umfrageergebnissen, die Bannenberg vor einem Jahr vorgelegt hatte. Damals waren rund 2000 Mitarbeiter im öffentlichen Dienst nach ihren Erfahrungen mit Aggression und Gewalt befragt worden. Schon in dieser Analyse fielen die Angaben bestimmter Berufsgruppen auf: 97,7Prozent der Gerichtsvollzieher hatten berichtet, dass sie in ihrem Berufsleben Gewalt erlebt haben, worunter die Forscher unter anderem verbale Beleidigungen (bestätigten 86Prozent), Anspucken (13,9), körperliche Angriffe (60) und sogar Tötungsversuche zählen. Bei letzterem lag die Quote der Gerichtsvollzieher, die das schon erlebt haben, mit 11,1Prozent höher als die der befragten Polizisten, die 10,4Prozent betrug.

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