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„NSU 2.0“-Ermittler : Zugriff im Darknet

Zugriff: Der Fahndungserfolg sei eine Mischung „aus klassischer Ermittlungsarbeit und vertieften Internetrecherchen“, so Staatsanwaltschaft-Sprecherin Niesen Bild: dpa

Die Ermittler haben zwei Jahre lang versucht, dem Verfasser auf technischem Wege beizukommen – ohne Erfolg. Doch dann hat der Verdächtige Fehler gemacht.

          4 Min.

          Als die Ermittler am Montagabend die Wohnung des Mannes durchsuchen, der unter „NSU 2.0“ rund 120 Drohbriefe verfasst haben soll, gilt ihr Hauptaugenmerk vor allem: seinem Computer. Von diesem Gerät aus soll er alles geschrieben haben: Drohungen, Beleidigungen, Hetze. Allein mehr als ein Dutzend Schreiben ging an die Anwältin Seda Basay-Yildiz, weitere an die Linken-Politikerinnen Janine Wissler und Martina Renner sowie an die Berliner Kabarettistin Idil Baydar. Personen, die der Verfasser offenbar zu seinen „Hassobjekten“ zählt.

          Katharina Iskandar
          (isk. ), Rhein-Main-Zeitung

          Die Ermittler haben zwei Jahre lang versucht, ihm auf technischem Wege beizukommen. Sie haben die Schreiben, die erst als Fax versendet wurden, später als E-Mail, zurückverfolgt. Ohne Erfolg. Sie wussten irgendwann immerhin, dass er den russischen Dienst Yandex nutzt, um seine Spuren zu verwischen. Aber auch das brachte die Ermittler des hessischen Landeskriminalamtes nicht weiter. Sie hofften darauf, dass er Fehler machen würde. „Ermittler haben einen langen Atem“, so beschrieb es einmal einer von ihnen. „Und dann greifen wir zu.“

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