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: Niddertalbahn wird bis 2008 ausgebaut

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Für die weitere Modernisierung der Niddertalbahn zwischen Bad Vilbel und Glauburg-Stockheim haben das Bundesverkehrsministerium und die Bahn jetzt in Berlin die Weichen gestellt. Mit der Unterzeichnung ...

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          Für die weitere Modernisierung der Niddertalbahn zwischen Bad Vilbel und Glauburg-Stockheim haben das Bundesverkehrsministerium und die Bahn jetzt in Berlin die Weichen gestellt. Mit der Unterzeichnung von Sammelvereinbarungen hat Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) auch das lange erwartete Geld für die Erneuerung der Strecke des "Stockheimer Lieschens" freigegeben, wie der seit fast 100 Jahren auf der Bahnlinie verkehrende Zug im Volksmund heißt.

          Nach Auskunft von Bahnsprecher Tosten Sälinger stehen für die Erneuerung der 31 Kilometer langen Strecke nun weitere 21 Millionen Euro zur Verfügung. In den vergangenen vier Jahren investierte die Bahn schon 31 Millionen Euro in den Ausbau der Strecke. Mit dem nun bewilligten Geld sollen bis 2008 neue signaltechnische Anlagen errichtet, ein neues Stellwerk gebaut, 19 Bahnübergänge sowie die baufälligen Bahnsteige in Altenstadt und Niederdorfelden erneuert werden. Alle Haltepunkte sollen zudem mit Lautsprecheranlagen ausgestattet werden.

          Sälinger zufolge sollen die Arbeiten nach und nach im nächsten und übernächsten Jahr erledigt werden. Nach dem Ende der Modernisierung in drei Jahren sollen die Züge dann mit einer Geschwindigkeit von bis zu 80 Stundenkilometern anstatt der bislang 60 Stundenkilometer zwischen Glauburg-Stockheim und Bad Vilbel und weiter in Richtung Frankfurt fahren können. Zwar wird sich die Fahrtzeit nur um einige Minuten verkürzen, doch viel wichtiger ist den Pendlern, daß die Züge künftig pünktlicher und zuverlässiger als bislang fahren.

          Schon seit Jahren hatte sich eine Interessensvertretung der Anliegerkommunen für den weiteren Streckenausbau der Niddertalbahn eingesetzt. Der Wetterauer Landrat Rolf Gnadl (SPD), der auch Verkehrsdezernent in der Wetterau ist, kritisierte jetzt allerdings, daß es viel zu lange gedauert habe, bis das Geld bewilligt worden sei. Gleichwohl werde mit der Modernisierung die Bahnstrecke für die Pendler des südöstlichen Wetteraukreises und aus dem Main-Kinzig-Kreis attraktiver. Geplant sei auch, das Fahrtenangebot in den Abendstunden und am Wochenende auszuweiten.

          Einst wurde die Niddertalbahn, die in wenigen Wochen seit 100 Jahren besteht, gebaut, um den Bewohnern der östlichen Wetterau und des Vogelsbergs Anschluß an das Rhein-Main-Gebiet zu verschaffen. Mit dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg und dem sich verstärkenden Individualverkehr geriet diese Nebenverbindung jedoch ins Abseits. Mitte der siebziger Jahre wurde der Abschnitt zwischen Lauterbach und Glauburg-Stockheim stillgelegt, aber auch dem unteren Teil bis Bad Vilbel drohte das Aus.

          Mit der Rückbesinnung auf den öffentlichen Nahverkehr gründete sich dann in den achtziger Jahren ein Arbeitskreis, der sich mit Erfolg für den Erhalt der Niddertalbahn einsetzte. Später entstand die kommunale Arbeitsgemeinschaft Nahverkehr Niddertal (AGNV), an der sich die Kreise, Städte und Gemeinden entlang der Bahnlinie beteiligten. In Zusammenarbeit mit der Bahn und dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) gelang es in den neunziger Jahren, Verbesserungen zu erreichen und mit der Modernisierung der Strecke zu beginnen.

          So können die Pendler seit fünf Jahren mit geräumigen Doppelstockwagen bequemer mit dem Zug nach Frankfurt fahren. Zuletzt war der Tunnel bei Schöneck-Büdesheim für 6,8 Millionen Euro auf der eingleisigen Strecke saniert worden. Die Bausubstanz an den Portalen und der Tunnelauskleidung war immer schlechter geworden. Die Bahn ließ daher 2600 Kubikmeter altes Mauerwerk und 3200 Kubikmeter Fels herausbrechen und anschließend 2600 Kubikmeter Beton und 310 Tonnen Stahl verbauen. Und weil auch die Böschungen an die neuen Portale angepaßt werden mußten, mußte der Tunnel an beiden Enden um jeweils 16 Meter auf eine Gesamtlänge von 200 Metern verlängert werden.

          Wann im nächsten Jahr die Modernisierung der Strecke fortgesetzt wird, steht noch nicht fest. Zunächst müßten noch mit dem Eisenbahnbundesamt entsprechende Vereinbarungen getroffen werden, berichtete Bahnsprecher Sälinger. Die Bahntochter DB Netz wolle sich nun jedoch zügig um die Baugenehmigungen kümmern. jjo.

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