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Peter Tauber : Neue Herausforderungen statt Politik

Blickpunkt: Peter Tauber will nach seinen Worten mehr Zeit für die Familie haben Bild: dpa

Als Hauptmann der Reserve leistet Peter Tauber regelmäßig Dienste bei der Bundeswehr ab. Ansonsten sucht der parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium neue Herausforderungen.

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          Peter Tauber, langjähriger CDU-Bundestagsabgeordneter aus dem Main-Kinzig-Kreis, zieht sich aus der Politik zurück. Das hat der 46 Jahre alte Politiker in einem Schreiben an die Parteimitglieder bekanntgegeben, das der F.A.Z. vorliegt. Tauber nannte „persönliche und familiäre Gründe“ für seinen Rückzug und kündigte an, er werde seine politische Karriere beenden und bei der Bundestagswahl im nächsten Jahr nicht zu einer Wiederwahl antreten.

          Jan Schiefenhövel
          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          In dem Schreiben heißt es: „Dabei spielen nicht nur meine gesundheitliche Situation, sondern auch die Vorstellung, noch einmal neue berufliche Herausforderungen zu suchen und anzunehmen, eine Rolle. Es ist kein Geheimnis, dass mir Familie viel bedeutet und ich meinen Lebensmittelpunkt in Gelnhausen sehe. Auf Dauer ist die Aufgabe in Berlin dem abträglich.“

          Bisweilen an seine Grenze geführt

          Im Jahr 2017 war eine schwerwiegende Darmerkrankung Taubers bekanntgeworden, die eine Notoperation erfordert hatte und Komplikationen nach sich zog. Die vergangenen Jahre als CDU-Generalsekretär und Staatssekretär im Verteidigungsministerium hätten ihn bisweilen an seine Grenze geführt, schreibt der Abgeordnete. Der Abschied von der Politik falle ihm nicht leicht, und er verlasse das Parlament als „stolzer und dankbarer Abgeordneter“. Der CDU werde er verbunden bleiben und sich im Wahlkampf für die Kommunalwahl im nächsten Jahr einbringen.

          Tauber hatte zweimal die Abstimmung im Wahlkreis 175, der den östlichen Main-Kinzig-Kreis und Teile der Wetterau sowie die Stadt Schotten im Vogelsbergkreis umfasst, für sich entschieden und gehört als direkt gewählter Abgeordneter dem Bundestag an. Der Wahlkreis 175 war für die Bundestagswahl im Jahr 2013 neu geschaffen worden. Im Jahr 2009 war Tauber erstmals bei der Bundestagswahl angetreten und setze sich im damaligen Wahlkreis 180, der einen Großteil des Main-Kinzig-Kreises umfasste, auf Anhieb gegen den SPD-Kandidaten Sascha Raabe durch.

          Regelmäßig Reservedienste

          Von 2013 bis 2018 war der Historiker Generalsekretär des Bundesverbands der CDU und damit einer der engsten Vertrauten von Kanzlerin Angela Merkel. Seit 2018 ist Tauber parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium. Der Politiker ist Hauptmann der Reserve und leistet bei der Bundeswehr regelmäßig Reservedienste ab. Vor der Zeit als Generalsekretär war Tauber unter anderem Stadtverordneter in seiner Heimatstadt Wächtersbach, Mitglied des Kreistags, Vorsitzender der CDU Gelnhausen, Vorsitzender des CDU-Kreisverbands und Landesvorsitzender der Jungen Union in Hessen. Vor dem Einzug in den Bundestag wirkte der Historiker hauptberuflich als Pressesprecher der Deutschen Vermögensberatung AG in Frankfurt.

          Im Jahr 2016 wurden Vorwürfe wegen Mobbings gegen Tauber bekannt. Es tauchte ein mehrseitiges Schreiben auf, das vermutlich aus dem Jahr 2006 stammte. Darin wurde ein Plan entworfen, wie die damalige Geschäftsführerin des CDU-Kreisverbands, Anne Höhne-Weigl, aus dieser Funktion zu drängen sei, unter anderem mit Drohungen und Einschüchterungen. Höhne-Weigl nannte Tauber als Hauptverfasser des Schriftstücks. Dieser bestritt die Vorwürfe jedoch vehement. Er habe das Papier nicht verfasst und sei auch nicht daran beteiligt gewesen.

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