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Handy-Video aufgetaucht : Neue Ermittlungen nach tödlichen Schüssen auf Asylbewerber

  • Aktualisiert am

Zugriff: Laut Bericht hatte der kurz darauf erschossene Asylbewerber einem Polizisten den Schlagstock entrissen und war damit auf die Beamten losgegangen (Symbolbild) Bild: dpa

Nach tödlichen Schüssen eines Polizisten auf einen gewalttätigen Asylbewerber in Fulda stellt die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen ein. Dann aber taucht ein Handy-Video auf.

          Die Staatsanwaltschaft Fulda hat nach tödlichen Polizeischüssen auf einen Asylbewerber im April 2018 die Ermittlungen wieder aufgenommen. Auslöser ist ein aufgetauchtes Handy-Video, das Szenen der Auseinandersetzung des 19 Jahre alten Flüchtlings mit Beamten in Fulda zeigt. Ermittler hätten die Datei ausgewertet und zwei Zeugen vernommen, die in einem Auto am Tatort saßen. Der Beifahrer habe das Handy-Video gemacht.

          Außerdem würden möglicherweise noch zwei weitere Mitfahrerinnen als Zeugen befragt, sofern man deren Identität herausfinde, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Harry Wilke, am Montag. Zuvor hatte der Hessische Rundfunk darüber berichtet.

          Vorfall nicht gemeldet

          Einer der Zeugen sei ein Polizei-Anwärter gewesen, der sich aber nach dem Vorfall nicht gemeldet habe. Bevor die tödlichen Schüsse auf den randalierenden Flüchtling fielen, sollen die Zeugen aber vom Tatort verschwunden sein, wie Wilke sagte.

          Die Auswertung des Videos und die Zeugenvernehmung hätten aber keine neuen Erkenntnisse ergeben, berichtete die Staatsanwaltschaft. Der Asylbewerber sei aggressiv und handgreiflich auf die Beamten losgegangen. Der Angreifer wurde daraufhin mit mehreren Schüssen aus einer Dienstwaffe getötet.

          Mit Schlagstock auf Polizisten losgegangen

          Da es sich laut Ermittlungen um Notwehr gehandelt habe, sei der Waffeneinsatz gerechtfertigt gewesen. Der Mann habe die Polizei mit einem von den Beamten entrissenen Schlagstock angegriffen.

          Staatsanwalt Wilke sagte, dass die Anwältin der Eltern des Getöteten Beschwerde gegen die zeitweilige Einstellungsverfügung eingelegt habe. Eine Begründung dazu sei aber noch nicht eingetroffen.

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